Argentinien: Provinz­gericht verbietet den Anbau von Gentech-Weizen

Autor: Gute Nachrichten am 31. Oktober 2022 

Soziale Organisationen, Landwirte und Vertreter indigener Völker hatten vor einem Gericht in Mar del Plata gegen den Anbau des gegen Dürre toleranten HB4-Weizens geklagt. Der Richter Néstor Adrian Salas verbot daraufhin den Anbau mittels einer einstweiligen Verfügung. Seine Begründung lautete, dass der Anbau des Weizens „schwere und irreversible Schäden“ für die Umwelt und die menschliche Gesundheit verursachen könnte.

Reifer Weizen auf einem Feld aus der Nähe fotografiert und im Hintergrund strahlend blauer Himmel
Provinzgericht in Argentinien verbietet Anbau von gentechnisch verändertem Weizen.
Foto von Melissa Askew auf Unsplash

Es handelt sich um gentechnisch veränderten HB4-Weizen der Firma Bioceres aus der Stadt Rosaria in Argentinien. Der Firma wurde auferlegt, dass man erst eine Kommission bilden müsse, die die möglichen Auswirkungen des Anbaus untersucht. Laut der argentinischen Nachrichtenagentur Tierra Viva, fußt die Entscheidung des Richters auf das im allgemeinem Umweltrecht verankerte Vorsorgeprinzip und auf die Aufgabenteilung zwischen Zentralregierung und den argentinischen Provinzen.

Die Zentrale in Buenos Aires genehmigt die Kommerzialisierung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) und lässt Pestizide zu. Doch die einzelnen Provinzen müssen den Einsatz von GVO und Pestiziden auf ihren Gebiet erlauben.

Im Prinzip ist es wie hierzulande, dass die einzelnen Bundesländer, unabhängig von der Regierung entscheiden können, ob sie zum Beispiel dem Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen beigetreten sind, oder nicht. (https://gute-nachrichten.com.de/2014/05/umwelt/hessen-nun-ebenfalls-im-netzwerk-gentechnikfreier-regionen/)

Die Provinz Mar del Plata, rund um die Hauptstadt Buenos Aires, gehört zu den wichtigsten Weizenanbaugebieten Argentiniens. Im Erntejahr 2021/22 lag dort die Hälfte der Anbaufläche des HB4-Weizens. Die Anwälte der Kläger sind am überlegen, ob sie nicht auch in anderen Provinzen vor Gericht ziehen sollen.

Und jetzt kommt noch hinzu, dass am Obersten Gerichtshof ein Bundesstaatsanwalt den Antrag gestellt hat, die Zulassung des HB4-Weizens wegen der „irreparablen Schäden“ an der Umwelt und der Gesundheit der Bevölkerung, den Anbau des Weizens umgehend auszusetzen. Die Firma Bioceres hat sich bis jetzt zu dem gerichtlichen Anbauverbot noch nicht öffentlich geäußert.

Quelle: keine-gentechnik.de
Danke an Hannes für den Tipp! 😉

Kategorien: Umwelt Rubriken: Erde, Pflanzen
© Gute Nachrichten 2011-2024