Wandern – gesunder Erlebnis­sport für Groß und Klein

Autor: Gute Nachrichten am 29. Juni 2020 

„Das Wandern ist des Müllers Lust...“, so hieß es schon 1821 in einer Liedersammlung des deutschen Dichters Wilhelm Müller. Der Liedtitel wird heutzutage durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt, denn Wandern ist wesentlich gesünder als es viele vermuten würden. Das jedenfalls konnten Forscher der Universität Halle-Wittenberg durch Studien belegen. Die Anregung zu dieser Studie stammt vom Deutschen Wanderverband in Kassel. Dieser hat das Konzept gemeinsam mit Physiotherapeuten der Fachhochschule Osnabrück entwickelt.

Eine Frau mit dunklen Haaren und einem Rucksack sieht man von hinten, wie sie richtung Sonne, eingehölt in goldenes Licht, in Richtung Wald blickt
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Wie schnell sich beeindruckende, positive Effekte des Wanderns auf die Gesundheit der Menschen auswirken können

Wie sieht das Versuchskonzept aus: Sieben Wochen lang trafen sich 18, im Berufsleben stehende Menschen, zweimal in der Woche zum Wandern. Als Vergleichsgruppe dienten 16 nicht aktive Berufstätige aus derselben Altersgruppe.
Christine Merkel vom deutschen Wanderverband berichtete: „Die Wanderungen waren auf eineinhalb Stunden angelegt. Je nach Gelände legten die Teilnehmer 3,7 bis 5,6 Kilometer pro Wanderung zurück.“ Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 53,6 Jahre alt und sonst nicht weiter sportlich aktiv. Während der Wanderungen stoppte man zweimal, um physiotherapeutische Übungen zu absolvieren.
Frau Merkel erklärte: „Das waren zum Beispiel Übungen, um die Schultermuskulatur zu lockern oder die Koordination zu verbessern, wie man mal mit offenen, mal mit geschlossenen Augen auf einem Bein stehen oder einen Stock balancieren kann.“
Wie sich der Test auf die Gesundheit auswirkte, zeigten eindrücklich Messungen, die am Anfang der Wanderungen und zum Vergleich nach sieben Wochen durchgeführt wurden. Bei den aktiven Wanderern sank das Körpergewicht im Durchschnitt um 1,3 Kilogramm und. die Pulsfrequenz bei gleichem Wandertempo verringerte sich von 131 auf 122 Herzschläge. Ebenso verbesserte sich die Ausdauer- und die Koordinationsfähigkeit.

Es gilt als wissenschaftlich gesichert, dass regelmäßiges Wandern effektiver ist als Joggen oder Nordic Walking. Dazu gibt es bereits eine Studie aus den Sechzigerjahren, die sogenannte Postbotenstudie. Gemäß dieser Studie hatten Schalterbeamte bei der Post im Vergleich zu Postboten dreimal so viel Herzinfarkte, die täglich zu Fuß an der frischen Luft unterwegs waren.

Eine Wandergruppe geht auf einem schmalen Pfad hintereinander. Um sie herum ist nur grüne Natur.
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Die positiven Auswirkungen, die das regelmäßige Wandern mit sich bringen, lassen sich in drei Kategorien zusammenfassen

Die körperliche Gesundheit wird gefördert, denn das Immunsystem verbessert sich, Das Krebsrisiko und der Cholesterinspiegel werden gesenkt. Das Herz-Kreislaufsystem wird gestärkt und das Demenz- und Rheumarisiko wird vermindert. Hilft Übergewicht zu reduzieren oder zu verhindern.

Ebenso wird die Psyche gestärkt. Das Risiko an Depressionen, Demenz und Neurosen zu leiden wird gesenkt und die allgemeine geistige Leistungsfähigkeit wird gestärkt. Zudem baut es Stress ab und steigert das allgemeine Wohlbefinden.

Der dritte Faktor entsteht durch den Aufenthalt in der Natur an sich. Die grüne Farbe der Natur lässt die Stimmung steigen und den Stressfaktor sinken. Gesundheitlich angeschlagene Menschen erholen sich m Grünen schneller. Selbst Alzheimer kann durch Naturkontakte gemindert werden.

 

„Schimpflich ist es, nicht zu gehen, sondern sich treiben zu lassen und mitten im Wirbel der Dinge verblüfft zu fragen: Wie bin ich bloß hierher gekommen?“ (Seneca, römischer Dichter und Philosoph, etwa 1 – 65)

„Und es gehen die Menschen hin, zu bestaunen die Höhen der Berge, die ungeheuren Fluten des Meeres, die breit dahinfließenden Ströme, die Weite des Ozeans und die Bahnen der Gestirne und vergessen darüber sich selbst.“ (Francesco Petrarca, italienischer Dichter und Begründer des Alpinismus, 1304 – 1374)

„Zu unserer Natur gehört die Bewegung, die vollkommene Ruhe ist der Tod.“ (Blaise Pascal, französischer Mathematiker, Physiker und Religionsphilosoph, 1623 – 1662)

„Ich gehe viel spazieren, einmal einfach, weil strahlendes Wetter ist, dann auch, weil ich schon die kommenden Herbststürme vorausahne. So nütze ich wie ein Geizhals aus, was Gott mir schenkt.“ (Marie de Sévigné, französische Autorin, 1626 – 1696)

„Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“ (Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749 – 1832)

„Ich habe mir meine besten Gedanken ergangen und kenne keinen Kummer, den man nicht weggehen kann.“ (Søren Kierkegaard, dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller, 1813 – 1855)

„Wandern ist die vollkommenste Art der Fortbewegung, wenn man das wahre Leben entdecken will. Es ist der Weg in die Freiheit.“ (Elizabeth von Arnim, englische Schriftstellerin, 1866 – 1941)

 

Das Schöne dabei ist, dass Wandern wirklich jeder kann, egal ob man sich noch im Kleinkind- oder sich bereits im hohen Alter befindet. Daher bietet sich das Wandern zum Beispiel auch für Familienausflüge an. Es ist längst bekannt, wie gut es dem Menschen tut, wenn er sich in der Natur aufhält. Der Mensch ist Natur, kommt aus ihr und hat die besten Chancen zur Genesung und Aufrechterhaltung der Gesundheit, wenn er sich regelmäßig bewusst mit ihr verbindet.

 

Quellen:

https://www.ngo-online.de/

https://www.welt.de/

66 Wanderzitate

https://www.wanderforschung.de/

 

Kategorien: Gesundheit Rubriken: Alternative Medizin, Frieden, Luft, Pflanzen
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