Peru: Das Wunder im Urwald

Autor: Gute Nachrichten am 7. April 2019 

Der deutsche Verein Chance e.V. konnte durch zähen und geduldigen Einsatz einen 18.000 Hektar großen Teil des peruanischen Regenwaldes retten. Der Weg war steinig und schwer, doch am Ende hat er sich wahrlich gelohnt.

Weiter Blick über den peruanischen Urwald
Regenwald in Peru.
Bild-Quelle: Chance e.V.

Im Süden von Peru, in der Amazonasprovinz Madre de Dios, wüten regelrecht seit Jahren Goldgräber auf der Suche nach dem begehrten Edelmetall. Korruption und Geldgier sind hier eine für die Natur buchstäblich tödliche Allianz eingegangen. Unter der stillen Duldung von bestechlichen Regierungsbeamten und Forstleuten zerstören hier Goldschürfer den Regenwald in wenigen Jahren, der über viele Jahrhunderte dort entstanden ist. Geologen wissen, dass Flüsse aus den Anden über Jahrmillionen Mineralien, also Bodenschätze, in den Sandboden der Amazonasebene transportiert haben. Die Goldsucher spülen mit ihren Hochdruckpumpen den Sand unter dem Regenwald weg. Damit haben die Wurzeln der Bäume keinen Halt mehr und werden bei der nächsten Überschwemmung einfach weggerissen. Die Folgen für Flora und Fauna, sowie für das Klima sind katastrophal. Da das Gold mithilfe von giftigen Chemikalien, unter anderem Quecksilber, vom Sand getrennt wird, kommen diese Gifte in das Grundwasser und somit leidet die Gesundheit der Ureinwohner. Sie verlieren nicht nur ihre Haare und ihre Zähne sondern letztendlich ihre Zukunft.

Der in Köln ansässige Verein Chance e.V. brachte nun die entscheidende Wende ins Spiel: Im Juni 2015 begann der Kampf gegen die Zerstörung der Natur im peruanischen Regenwald, nachdem zwei Mitglieder des Vereins die Verwüstung sahen. Nachdem man ein Jahr später, im Juni 2016 einen ehemaligen Mitarbeiter der korrupten Forstbehörde kennenlernte, der den Mitgliedern von Chance e.V. helfen wollte, konnte man einen Plan auf den Weg bringen. Nach quälend langen Verhandlungen mit der zuständigen Forstbehörde, mit Abgeordneten der Provinzregierung, bis hinauf zur Zentralregierung in der Hauptstadt Lima und nicht zuletzt mit der Hilfe von peruanischen Anwälten, war es Ende 2018 endlich soweit: Der Plan ist aufgegangen, der 180 qkm große Regenwald im Perené-Distrikt konnte unter Naturschutz gestellt werden!

In diesem Regenwald wachsen laut Chance e.V. sechsmal mehr Baumarten als in Deutschland. Auf nur einem Quadratmeter Dschungel findet man bis zu einem Dutzend verschiedene Orchideenarten, von einer Höhe von drei Zentimeter bis zu drei Meter. Der höchste Berg in diesem Gebiet erreicht eine Höhe von 3.600 Meter. Es entspringen dort 111 Wasserläufe, die zwei Landkreise mit Trinkwasser versorgen. Man hat sechs bis neun Millionen Bäume im Wald, die täglich hunderte Millionen Liter Wasser verdunsten und somit für häufigen regen sorgen. Man kann Pumas, Brillenbären, Zwerghirsche und Tapire beobachten. Nicht zuletzt kann der Wald jedes Jahr so viel CO2 aus der Atmosphäre filtern, wie eine deutsche Kleinstadt produziert.

Hier sieht man, dass es sich lohnt, für das Gute einzustehen und seiner inneren Führung zu folgen, auch wenn einem viele Steine in den Weg gelegt werden.

Gerne machen wir darauf aufmerksam, dass man Waldpaten sucht, die das Projekt finanziell unterstützen möchten, um das Urwaldgebiet zukünftig zu schützen und zu erhalten.

 

 

Hier hat jeder die „Chance“ Chance e.V. einen kleinen Teil zur Erhaltung und Unterstützung dieser grünen Lungen beizutragen und natürlich findet man unter folgendem Link auch weitere interessante Infos und Bilder zum Thema: www.mein-regenwald.de

 

Quelle: chance-international.org
Vielen Dank lieber Jens für diese beeindruckende Geschichte und dein Engagement!

Kategorien: Umwelt Rubriken: Erde, Hilfe, Pflanzen, Regenwald, Wunder
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