Natürliche Antibiotika aus Rhododendren

Autor: Gute Nachrichten am 7. April 2014 

Rhododendren, zu Deutsch "Rosenbaum", gehören zu den beliebtesten Pflanzen in unseren Gärten. Im Rhododendronpark in Bremen wachsen fast 600 Wildarten und mehr als 3000 Züchtungen der Pflanze.

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Wissenschaftler der Jacobs University in Bremen gehen davon aus, dass in der Pflanze Wirkstoffe für ein neues Antibiotikum stecken. Seit etwa zweieinhalb Jahren untersucht ein Forscherteam um den Mikrobiologen Prof. Matthias Ullrich die Pflanzen auf Wirkstoffe für neue Arzneimittel. Man möchte Basisstoffe für neue Antibiotika oder sogar für die Behandlung von Krebs finden. Professor Ullrich sagt optimistisch: "Wir sind mindestens einer neuartigen Substanz auf der Spur, die einmal als Antibiotikum eingesetzt werden könnte."

Schon die alten Römer wussten um die berauschende Wirkung des Honigs der Rhododendronpflanze, die ursprünglich aus dem Himalaja stammt. Die traditionelle Medizin der Inder, der Türken oder der Indonesier hat zu Behandlung von Infektionen oder zur Senkung von Fieber Extrakte aus den Blättern und Wurzeln der Pflanze verwendet. Bis jetzt wurde allerdings noch keine wissenschaftliche Analyse der Inhaltsstoffe und deren Wirkung durchgeführt.

Vier Wissenschaftler der Jacobs University arbeiten fächerübergreifend an den Proben der Rhododendren: Der Genetiker Dirk Albach analysiert die Erbsubstanz, der Naturstoffchemiker Nikolai Kuhnert identifiziert die Substanzen, die Zellbiologin Klaudia Brix kümmert sich um die toxischen Eigenschaften und Ullrich prüft, wie sich die Inhaltsstoffe auf Bakterien auswirken.

Das Quartett der Wissenschaftler braucht nur wenige Blätter. Man zerhackt diese mit einem Mörser und mit flüssigem Stickstoff. Dabei entsteht ein grünliches Pulver,  das mit Methanol konzentriert und dann weiter untersucht wird. Von den etwa 600 verschiedenen Substanzen, die bisher extrahiert wurden, hat man 120 genauer analysiert. Ullrich sagt: "Mehrere haben eine klare antibakterielle Wirkung." Die Substanzen werden auch auf ihre Reaktion gegenüber menschlichen Zellen getestet. Die Hoffnung, dass darunter auch ein Wirkstoff sein könnte, der die Zellteilung hemmt und als Krebsmittel dienen könnte, hat sich bisher jedoch noch nicht erfüllt.

Das Hauptaugenmerk liegt aber auf der Suche nach einem pflanzlichen Antibiotikum, da der Bedarf für solche Medikamente sehr hoch ist. Immer mehr Krankheitskeime werden resistent gegen herkömmliche Antibiotika, ganz besonders in Krankenhäusern.

Bis die klinische Erprobung von neuen Medikamenten auf Rhododendren-Basis erfolgt, wird es zwar noch einige Zeit dauern, aber Prof. Ullrich ist überzeugt, dass in drei bis fünf Jahren dieses Ziel erreicht sein wird.

 

Quellen: idw-online.de

Kategorien: Gesundheit Rubriken: Alternative Medizin, Krebs, Pflanzen
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