Präsidentin stoppt Palmöl-Unternehmen in Liberia

Autor: Gute Nachrichten am 27. März 2014 

Bei der Landbevölkerung im westafrikanischen Staat Liberia herrscht große Freude: Nach Angaben von Regenwald.org hält die Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf zu ihrem Volk und stellt sich im Kampf gegen Palmöl-Plantagen auf deren Seite.

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Liberische Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf weist Palmöl-Konzern in seine Schranken.
© Vaner Casaes / AGECOM / flickr.com

Im September vergangenen Jahres waren Paramilitärs der liberianischen Polizei auf Dorfbewohner losgegangen und schlugen sie zusammen, weil diese verhindern wollten, dass die Firma Equatorial Palm Oil (EPO) Land für neue Plantagen vermisst. Dem Gesetz zufolge, hätte sich EPO erst die Zustimmung der Einheimischen holen müssen, um überhaupt Messungen vornehmen zu dürfen. Das Palmöl-Unternehmen setzte sich einfach über die Einwände der Bürger hinweg.

Höchste Zeit also, um der einheimischen Bevölkerung zu helfen und dem unrechten Treiben Einhalt zu gebieten: Johnson-Sirleaf setzt nun voraus, dass der EPO-Konzern im Grand Bassa County seine Flächen ausschließlich mit ausdrücklicher Zustimmung der Bevölkerung ausweiten darf. Das bedeutet, dass die Flächen derzeit nicht weiter ausgeweitet werden. Zudem möchte die Präsidentin, dass sich sowohl Einwohner als auch der Palmölkonzern an einen Tisch setzen, um gemeinsam über die Zukunft von Äckern zu diskutieren, auf denen bereits Ölpflanzen angepflanzt wurden. Das Unternehmen baut derzeit auf 5600 Hektar Palmöl-Pflanzen an.

Was versprochen wurde, wurde nicht gehalten: Mike Collah, ein Sprecher der Kritiker, klagte nach dem Vorfall vergangenen September über "unmenschliche Behandlung". Man versprach Brunnen zu graben, Ärzte und Lehrer zu schicken, doch davon sei nichts eingehalten worden. Infolgedessen versuchte der Vizepräsident des Senats, Gbehzohngar M. Findley, die Gemüter zu beruhigen, und sprach von Missverständnissen. Daraufhin folgte das Machtwort der Präsidentin.

Silas Kpanan Ayoung Siakor vom liberianischen Sustainable Development Institute (SDI) sagte: "Dies ist ein Sieg für die Einheimischen, die ihre Rechte auf die wertvollste Ressource gesichert haben: das Land, von dem sie leben und das ihr kulturelles Erbe ist". Die Regierung sei bereit, auf das Volk zu hören.

"Ich bin nicht daran interessiert, die Saat für neue Konflikte zu säen", sagte Johnson-Sirleaf. Es seien Fehler dabei gemacht worden, Investoren ins Land zu holen.

Auch in anderen Teilen des Landes will die Präsidentin die Macht der Bürger stärken.

 

Quelle: regenwald.org

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