Holzschaum als nachwachsender Dämmstoff

Autor: Gute Nachrichten am 31. März 2014 

Für jeden Bauherrn steht heutzutage das Thema Energie sparen im Vordergrund. Die Bundesregierung hat erst im Oktober 2013 die Anforderungen für den Klimaschutz bei Neubauten nochmals verschärft. Deshalb müssen Wände und Dächer gut gedämmt werden, so dass möglichst wenig teuere Heizenergie in die Außenluft verpufft.

Holzschaumplatte: ein hundertprozentiges Naturprodukt aus nachwachsenden Rohstoffen.  © Manuela Lingnau/ Fraunhofer WKI
Holzschaumplatte: ein hundertprozentiges Naturprodukt aus nachwachsenden Rohstoffen.
© Manuela Lingnau/ Fraunhofer WKI

Man verwendet hierbei bevorzugt Hartplatten oder Styropor, die beide als Grundstoff Erdöl verwenden. Dieses Material ist zwar günstig in der Herstellung und bietet gute Dämmeigenschaften, jedoch von umweltfreundlichen Materialien kann man hier nicht sprechen. Ganz abgesehen davon, wie sich dieses Material negativ auf das Raunklima auswirkt.

Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI in Braunschweig gehen einen anderen Weg. Sie haben ein neuartiges Verfahren entwickelt, bei dem man aus Holzpartikeln einen Schaumstoff herstellen kann, der sich genauso einsetzen lässt wie die handelsüblichen Kunststoffschäume. Prof. Volker Thole vom WKI erklärt: "Unser Holzschaum lässt sich genauso einsetzen wie klassische Kunststoffschäume, ist dabei aber ein hundertprozentiges Naturprodukt aus nachwachsenden Rohstoffen". Bei der Herstellung des Holzschaums wird das Holz zunächst in feine Partikel zermahlen. Dabei entsteht ein schleimiger Brei, in den Gas eingeleitet wird, das zur Entstehung des Schaums führt. Abschließend lässt man den Schaum aushärten. Ein weiteres Herstellungsverfahren basiert auf chemischen Prozessen. Hierzu erläutert Prof. Thole: "Man kann sich das ähnlich wie beim Backen vorstellen, wenn der Teig im Ofen aufgeht und fest wird." In beiden Fällen erhält man als Ergebnis einen sehr leichten Grundstoff, der sich einfach entweder zu Platten oder verformbaren Schaumstoffmatten weiter verarbeiten lässt.

Man kennt bereits Dämmmaterial aus Holz wie Vliese oder Holzwolle, diese haben jedoch den Nachteil, dass sie leicht fasern und nicht so formstabil sind wie Kunststoffmaterial. Der am WKI entwickelte Holzschaum hat diese Nachteile nicht. "Wir haben unsere Schaumprodukte nach den Normen, die für Dämmstoffe gelten, analysiert und in Hinblick auf die wärmedämmenden, mechanischen und hygrischen – also die Feuchtigkeit betreffenden Eigenschaften viel versprechende Werte erhalten", sagt Prof. Thole.

Mittlerweile ist man am WKI dabei, herauszufinden, welche Holzarten sich am besten eignen. Weiterhin arbeitet man an den Herstellungs-Prozessen, um diese an industrielle Anforderungen anzupassen. In der Zukunft sieht man am Fraunhofer-Institut den Einsatz von Holzschaum nicht nur bei der Dämmung, sondern auch bei der Verpackung, so dass der Holzschaum in absehbarer Zeit Styropor als Verpackungsmaterial ersetzen könnte.

 

Quelle: fraunhofer.de

Kategorien: Umwelt Rubriken: Baumaterialien
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