Broom chair – zeitloser Stuhl aus Abfällen

Autor: Goose am 22. Januar 2014 

Auch in der Designwelt tut sich immer mehr hinsichtlich Ökologie. Einer der wohl bekanntesten Vertreter des "Neuen Designs" ist der französische Designer Philippe Starck. Starck entwickelt vielseitige Entwürfe die in fast jedem Bereich, von Architektur bis Produktdesign, zu finden sind. Eines seiner bekanntesten Projekte in der Sparte Gebrauchsgegenstände ist der Broom chair aus dem Jahr 2012. Dabei handelt es sich um einen Stuhl im schlichten Design, der ausschließlich aus Recycling-Materialien gefertigt wurde.

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Broom chair in einer der sechs Farben aus Abfallholz und -Kunststoff.
© emeco.net

In Zusammenarbeit mit dem Emeco, einem Pionier in Sachen umweltfreundlicher Möbelproduktion,  hat Starck einen Stuhl entwickelt, der Müll vermeidet und Abfall nutzt. Starck sagt: "Die Eleganz des Minimalistischen kommt von der Intelligenz des Nichts. Mies van der Rohe sagte: 'weniger ist mehr'. Okay, das ist richtig, aber warum wählen? Mit diesem Stuhl können wir sagen, 'weniger und mehr'. Weil wir uns entscheiden, weniger zu machen – weniger Stil, weniger Design, weniger Material, weniger Energie und schlussendlich haben wir mehr". Der Broom Chair kombiniert intelligenten Materialeinsatz mit einem wunderschönen und zeitlosen Design.

Der Broom chair ist auf Langlebigkeit ausgelegt und besteht zu 75 Prozent aus Polypropylen-Abfällen und zu 15 Prozent aus Holzfaser-Abfällen aus der industriellen Fertigung. Die Abfälle würden normalerweise auf dem Müll landen, in diesem Fall werden die Reste jedoch "zusammengefegt", um daraus etwas Neues, Brauchbares entstehen zu lassen. Und so erhielt der stapelbare Broom chair auch seinen Namen: Das englische Wort "Broom" heißt übersetzt "Kehrbesen".

Um in der Welt der Stühle zu bleiben, sei hier einer der bis heute beliebtesten seiner Art erwähnt, der Eames Plastic Armchair:

Charles and Ray Eames, Plastic Chair 1950-53
Plastic Armchair (Vitra, 1950/53) von Charles & Ray Eames
© Sandstein/commons.wikimedia.org

Selbst wenn man mit dem Namen auf Anhieb noch nichts anfangen kann, gesehen hat ihn wohl jeder schon mal. Der US-amerikanische Designer und Architekt Charles Eames hatte den Klassiker zusammen mit seiner Frau Ray Eames im Jahre 1950 ins Leben gerufen. Und noch bis heute ist der Stuhl in den verschiedensten Ausführungen heißbegehrt: Darunter fällt der Eames DAW mit einem Holz- und Rundstahluntergestell, der Eames RAR zum wippen, der Eames PACC zum rollen, der Eames DAR im legendären "Eiffelturmgestell", und viele weitere Variationen.
Früher wurde die Sitzschale des Plastikstuhls aus Glasfaserstoff hergestellt, heute aus recycelbarem Polypropylen. Doch auch die alte Glasfaser-Variante landet bei den robusten und leicht zu reinigenden Stühlen meist nicht etwa auf dem Müll, sondern wird immer noch auf diversen Internet-Plattformen wie ebay, dawanda, etsy, u.v.m. gebraucht zum Kauf angeboten. Dieser Klassiker zeigt einmal mehr, wie wichtig gutes, minimalistisches und zeitloses Design ist, damit ein Produkt möglichst lange "lebt".

Starck ist sich sicher: "Ökologie ist kein Thema, sondern unsere Aufgabe". Designer sind es, die maßgeblich an den Produkten von morgen beteiligt sind und somit die Möglichkeit haben, den Weg zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein zu ebnen.

Die "Neues Design"-Bewegung ist jedenfalls voll im Gange und so werden noch viele interessante und einzigartige Produkte folgen, die bewusst unter höchst ökologischen Kriterien erschaffen werden.

Mehr über den Broom chair findet ihr unter emeco.net.

 

Quelle: starck.com; inhabitots.com; emeco.net

Kategorien: Umwelt Rubriken: Kunst
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