Strom aus dem Solar-Kiosk

Autor: Gute Nachrichten am 4. November 2013 

Für uns Europäer ist der Zugang zu Strom etwas Alltägliches. Hier kommt der Strom sprichwörtlich einfach "aus der Steckdose" und wenn es einmal aus technischen Gründen einen Stromausfall gibt, dann bricht die große Hilflosigkeit aus, weil man es einfach nicht gewöhnt ist, dass Elektrizität nicht jederzeit zur Verfügung steht.

Anders ist die Situation etwa in Afrika, denn dort ist es in der Provinz ein Luxus, Strom zur Verfügung zu haben. Rechtsanwalt und Unternehmer Andreas Spieß möchte den Menschen auf dem afrikanischen Kontinent den Zugang zur Elektrizität erleichtern. Elektrisches Licht ermöglicht das Lesen und Lernen auch bei Nacht und fördert das soziale Zusammenleben.

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© Georg Schaumberger

Andreas Spieß hatte eine Idee: er stellt in den Dörfern sogenannte Solarkioske auf. Sie schauen aus wie Container und bestehen aus zerlegbaren Alu-Profilen, einem Solardach und einem Akku. Die Einzelteile sind so dimensioniert, dass man sie auch dort hinbringen kann, wo man auf keiner Straße mit einem Fahrzeug hinkommt. Die Solarzellen versorgen den Kiosk und den Akku mit Strom. Man hat also dort elektrische Energie zur Verfügung, wo es bisher keine gab. Spieß sagt: „800 Millionen Menschen sind allein in Afrika ohne Strom.“ Das möchte er mithilfe der Solarkioske ändern. Seine Kioske sollen nicht nur Licht in die Dörfer bringen, sondern ebenso mehr Beschäftigung, Gesundheit und Kommunikation.

Will ein Afrikaner aus der Provinz den Akku  seines Mobiltelefons aufladen, dann muss er oft eine Tagesreise unternehmen, um in der nächsten Stadt sein Handy für umgerechnet 50 Cent aufladen zu können. Jetzt geht er zum Solarkiosk um die Ecke, um sein Handy aufzuladen. Dort kann man auch Kühlschränke, Drucker, Kopierer und Computer betreiben und nicht zuletzt Fernsehgeräte, denn, so erzählt Spieß. "Fußball zu gucken ist in Afrika sehr beliebt.". Darüber hinaus dient der Kiosk als "Tante-Emma-Laden". Man kann beispielsweise Kaugummis, Seifen oder Solarlampen kaufen. In Äquatornähe dauert die Nacht das ganze Jahr über etwa 12 Stunden. Mit den Solarlampen können die Menschen dort endlich während der Dunkelheit lesen und müssen dazu nicht mehr die Kerosinlampen mit ihren giftigen Ausscheidungen benutzen.

Betrieben werden die Kioske von einem Operator, der Franchisenehmer der Solarkiosk GmbH ist. Den Großteil der Einnahmen kann dieser behalten und davon leben, sagt Spieß. Der Rest der Einnahmen fließt zurück an die Solarkiosk GmbH. Spieß erläutert: "Alle Kioske laufen, ohne dass wir weiter Geld reinstecken müssen. Überall, wo wir einen Kiosk stehen haben, wollen sofort zehn weitere Leute auch einen Kiosk haben." Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass neben dem Operator noch vier weitere Menschen durch einen Solarkiosk einen Arbeitsplatz finden.

Für seine Idee erhielt Spieß in diesem Jahr den Unternehmerpreis der Carl Duisberg Gesellschaft (CDG). Das Preisgeld will Spieß in den Aufbau weiterer Kioske stecken. Vor kurzem wurde die Solarkiosk GmbH von der Siemens Stiftung für den Empowering People Award nominiert.
Für den Berliner Anwalt sind seine Solarkioske keine Entwicklungshilfe im klassischen Sinn. Er argumentiert: "In der Entwicklungshilfe wurde großartige Arbeit geleistet. Aber jetzt liegt es an der Privatwirtschaft, diese Fackel weiterzutragen."
Eine großartige Idee, die hoffentlich die entsprechende Unterstützung bekommt. 🙂

 

Quelle: geo.de; solarkiosk.eu

Herzlichen Dank an Mika für den Tipp! 🙂

Kategorien: Technik Rubriken: Alternative Energien, Hilfe, Licht
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