El Salvador - Sauberes Trinkwasser statt Goldförderung

Autor: Gute Nachrichten am 10. Oktober 2013 

El Salvador ist der am dichtesten besiedelte Staat in Mittelamerika und ein Fünftel der ländlichen Bevölkerung hat laut der Weltbank keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Etwa 90 Prozent des Oberflächenwassers im Land ist bereits kontaminiert, größtenteils als Folge der Düngung durch die Landwirtschaft und des Fehlens eines Abwassersystems.

El Salvador, Trinkwasser, positive nachrichten
© SipoteSalvadoreño / flickr.com

Im Juli 2012 hat die Regierung im Fluss San Sebastian Messungen vornehmen lassen, mit dem Ergebnis, dass die Grenzwerte für Zyanide um das neunfache und jene für Eisen um das tausendfache überschritten waren. In der Flussgegend schürft die Firma Commerce Group aus Wisconsin/USA seit 1999 nach Gold. Seit nunmehr fünf Jahren wurden von der Regierung mit dem damaligen Präsidenten Antonio Sacca unter starkem Druck der Öffentlichkeit keine neuen Schürfrechte mehr vergeben. Im Department Cabanas im Norden El Salvadors, haben sich Gemeinden, kirchliche Vereinigungen und Umweltschützer zusammengetan, um gegen die kanadische Firma Pacific Rim aus Vancouver zu opponieren, die dort eine Goldmine betriebt und dabei sehr viel Zyanid in die Umwelt gelangen lässt.

Etwa 62 Prozent der Bevölkerung im Land unterstützen die Einführung eines Gesetzes, dass die Minentätigkeiten komplett verbietet. Außerdem debattiert man über die Einführung eines Gesetzes, dass das Wasser für den Konsum der Menschen und für die Herstellung von Nahrungsmitteln gesichert sein muss. Das Ganze wird politisch stark vom jetzigen Präsidenten Mauricio Funes unterstützt.

Obwohl sich Pacific Rim und die Commerce Group gegen diese Gesetze mit Klagen wehren, ist die Chance groß, dass der politische Wille und der Rückhalt in der Bevölkerung sich hier gegen zwei mächtige Firmen aus dem reichen Norden Amerikas durchsetzen werden.

 

Quelle: positivenews.org.uk

Kategorien: Umwelt Rubriken: Wasser
© Gute Nachrichten 2011-2024