Rost – ideal zur Wasserstofferzeugung

Autor: Gute Nachrichten am 29. Juli 2013 

Rost ist genau das, was man zum Beispiel an der Karosserie seines Autos oder an seinem Fahrrad  nicht sehen will, aber Rost kann auf der anderen Seite äußerst nützlich sein. Ein Team von schweizerischen und israelischen Wissenschaftlern hat den idealen Rost zur Wasserstoffgewinnung mittels Solarenergie gefunden.

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Rost kann in der richtigen Form sehr nützlich sein.
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Es handelt sich um eine spezielle Eisenoxid (Rost)-Nanostruktur, die eine besonders kostengünstige Aufspaltung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff ermöglicht. Quasi als Katalysator dient eine Tandem-Solarzelle. Dabei ist das Funktionsprinzip nicht neu, aber, so sagt Michael Grätzel, der Leiter des Laboratory of Photonics and Interfaces an der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL): "Wir haben jetzt nur einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu profitablen industriellen Anwendungen erreicht." Wenn es nach dem Forscherteam geht, wird die Wasserstoffherstellung in Zukunft viel billiger als bisher.

Bereits Ende 2012 haben Forscher am EPFL bewiesen, dass Eisenoxid eine günstige Produktion von Wasserstoff mithilfe spezieller Solarzellen erlaubt, um auf diese Weise Strom zwischenzuspeichern. Die Mannschaft um Grätzel, zu der auch Forscher vom Technion-Israel Institute of Technology gehören, hat nun erforscht, welche Eisenoxid-Nanostruktur die am besten geeignete für eine derartige Wasserstoffgewinnung ist.

Das Team erhofft sich davon eine sehr umweltfreundliche und preisgünstige Wasserstoffgewinnung. Damit würde Wasserstoff nicht nur als Strom-Speicherlösung, sondern auch als Kraftstoff für Wasserstoffautos viel billiger werden. Grätzel argumentiert: "Aktuelle Methoden, bei denen zur Wasserstofferzeugung eine herkömmliche Solarzelle an einen Elektrolyseur angeschlossen wird, kosten im besten Fall 15 Euro pro Kilo. Wir streben fünf Euro pro Kilo an."

In der Fachzeitschrift "Nature Materials" wurde ein Artikel online veröffentlicht, in dem die Forscher beschreiben, wie sie die besten Eisenoxid-Strukturen finden konnten. Man hat mithilfe von Transmissions-Elektronenmikroskopen herausgefunden, wie sich Elektronen in den Nanostrukturen bewegen und warum die Performance je nach Strukturform besser oder schlechter ausfällt. Jetzt hat man einen Prototyp, der etwa zehnmal zehn Zentimeter groß ist und die in ihn gesetzten Effizienz-Erwartungen erfüllt.

Preiswerte Speicher für alternativen Strom und billiger Treibstoff für die Wasserstoffautos wären ein großer Meilenstein bei der gewünschten Energiewende.

 

Quelle: pressetext.com

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