Hallenbad mit Passivhaus-Technologie

Autor: Gute Nachrichten am 14. Juni 2013 

Im September 2001 wurde das Lippe Bad in Lünen als erstes öffentliches Hallenbad in Passivbauweise eröffnet. Für die Grundlagenuntersuchung zu dieser innovativen Entwicklung erhielt die Stadt Lünen eine Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). Darauf aufgebaut wurde ein Planungsprozess, um das Projekt vor Baubeginn umfassend vorzubereiten. Man erstellte zwei Projektberichte, die sich mit Grundlagenwissen, Entwicklungspotenziale und Lösungsansätzen beschäftigten.

Hallenbad, Passivhaustechnologie, Lippe Bad, Luenen, positive nachrichten
© Rainer Sturm / pixelio.de

Die Gebäudehülle des Hallenbades ist thermisch hochwertig gestaltet. Deshalb konnte man den Transmissonsbedarf in Relation zu einem Standardneubau stark einschränken. Wegen der thermischen Verbesserung der Gebäudeaußenwände, besonders dort, wo sich transparente Bauteile befinden, erhält man als Ergebnis höhere Oberflächentemperaturen im Innern. Damit kann man im Bad höhere relative Luftfeuchten zulassen. Dadurch bekommt man zwei Vorteile: man steigert die Behaglichkeit der Badegäste und es senkt die Verluste bei der Verdunstung des Beckenwassers.

Durch einen durchdachten Planungsprozess über alle beteiligten Gewerke hinweg fand man viele Ansätze zur Energie- und Wassereinsparung.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen:
Im Vergleich zum Standard gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) spart man insgesamt 51 Prozent Endenergie durch das Passivhauskonzept ein. Bei der Wärme spart man 54 Prozent und beim Strom 43 Prozent. Das bedeutet in der Realität, dass etwa 200.000 Euro pro Jahr bei den Betriebskosten wegfallen.

Wenn man weiß, wie viele Gemeinden mittlerweile unter den steigenden Energiekosten beim Betrieb ihrer Hallenbäder ächzen, könnte die Stadt Lünen ein Vorbild für andere Kommunen in Deutschland sein.

 

Quelle: dbu.de

Kategorien: Umwelt Rubriken: Alternative Energien, Wasser
© Gute Nachrichten 2011-2024