Umweltfreundlichere Goldgewinnung mit Zucker

Autor: Gute Nachrichten am 21. Mai 2013 

Gold kommt in der Natur selten in "Reinkultur" vor, etwa als Nugget, nach denen schon die Männer im Wilden Westen gegraben haben. Aber um das Edelmetall aus dem Rohmaterial herauszulösen, werden Zyanide, also pures Gift eingesetzt. Da die Goldvorkommen auf unserem Globus begrenzt sind, Gold als sichere Wertanlage gerade in Krisenzeiten gilt und auch in elektronischen Geräten ein unersetzlicher Baustein ist, wird die Suche nach dem begehrten Edelmetall immer schwieriger und aufwendiger.

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© Thorben Wengert / pixelio.de

Um das Gold aus Fremdmaterial auszulösen, verwendet man bisher hochgiftige, anorganische Zyanide. Zyanide sind Salze und andere Verbindungen der Blausäure. Zyankali kommt als klassisches Gift in jedem besseren Krimi-Klassiker vor. Zyanide wandeln unlösliches Gold in wasserlösliche Goldzyanid-Komplexe um. Damit erhält man eine  Flüssigkeit aus Goldzyaniden, woraus man durch weitere Reaktionsschritte reines Gold gewinnt. Übrig bleibt eine hochgiftige Zyanidlauge, die Mensch und Natur gefährdet. Diese Methode wird in Fachkreisen als Leaching-Prozess bezeichnet. Viele Menschen, die beim Goldabbau oder beim Elektroschrott-Recycling arbeiten, sind dem Gift oft schutzlos ausgesetzt.

Wissenschaftler der Northwestern University in Evanston, USA unter der Leitung von Fraser Stoddart haben im Fachmagazin "Nature Communications" eine neue Methode zur Goldgewinnung aus Erzen und aus Elektronikschrott veröffentlicht, die umweltfreundlicher und billiger ist, als der Leaching-Prozess.

Der wichtigste Bestandteil des neuen Verfahrens ist eine Zuckerart, nämlich das Alpha-Cyclodextrin, das überwiegend aus Stärke gewonnen wird. Es besteht aus einem Ring von sechs Glucose-Molekülen, die in der Lage sind, in dem vom Ring umschlossenen Hohlraum andere Atome und Moleküle einzuschließen. Stoddart und seinem Team ist es gelungen, nachzuweisen, dass damit auch Gold isoliert werden kann. Man braucht bei dem ganzen Prozess keine hochgiftigen Lösungsmittel mehr, sondern man verwendet zunächst ungiftigere flüssige Verbindungen, um dann im nächsten Schritt das Gold durch den Ringzucker selektiv abzutrennen. Das Verfahren funktioniert ebenfalls beim Recyceln von Elektroschrott, zum Beispiel beim Auslösen von Gold aus Leiterplatinen.

Die Wissenschaftler sind überzeugt, dass das Verfahren mit Alpha-Cyclodextrin eine äußerst vielversprechende Methode ist, um Gold aus Erzen oder Elektroschrott preiswert, schonend und umweltfreundlich abzutrennen.

Wenn sich nun in Zukunft die Gewinnung des in den Augen der Menschen edelsten Metalls umweltschonend und ungefährlich gestalten lässt, so ist das ein Gewinn für unsere Natur und ein großer Fortschritt für die Menschen, die mit der Goldgewinnung beschäftigt sind.

 

Quelle: scinexx.de; nature.com

Herzlichen Dank für den Tipp, Mika! 🙂

Kategorien: Wissenschaft Rubriken: Erde
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