Hoppla die Alten!

Autor: Gute Nachrichten am 4. April 2013 

Im Jahr 1968 wurde durch die Kasseler Lebensabendbewegung der "Tag der Älteren Generation" ins Leben gerufen. Dieser wird immer am ersten Mittwoch im April begangen. Dies war also gestern wieder der Fall. Damit sollte auf die Generation der Senioren aufmerksam gemacht werden.

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© Rainer Sturm / pixelio.de

Der Wind hat aber in den letzten Jahren gedreht, denn die Senioren machen verstärkt selbst auf sich aufmerksam. Dazu passt eine Meldung, die gestern durch die Medien ging: "Ältere Arbeitskräfte sind gefragt wie nie", titelte beispielsweise die F.A.Z..

Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der Arbeitnehmer, die in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis stehen um 12 Prozent gestiegen. Während der letzten fünf Jahre hat sich die Zahl der Beschäftigten aus der Gruppe der 60- bis 65-Jährigen sogar um satte 81,7 Prozent erhöht.

Diese Zahlen stehen ganz im Gegensatz zu den Beteuerungen gewisser politischer Kreise, die eine Zurücknahme der "Rente mit 67" fordern. Denn diese Politiker behaupten,  es gäbe keine Arbeitsplätze für Menschen über Sechzig. Der Arbeitsmarkt ist also gut auf ältere Mitarbeitet vorbereitet und eingestellt. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) sagt zu diesen Zahlen: "Die Entwicklung belegt eindrucksvoll, dass Ältere als Fachkräfte in einem Unternehmen gefragt sind wie nie zuvor." In der EU ist hier Deutschland ein großes Vorbild für die Partnerländer, denn nur in Schweden ist die Situation am Arbeitsmarkt für Senioren ebenfalls so gut wie in Deutschland.

Otto Kentzler, der Handwerkspräsident, sieht hinter den guten Zahlen einen Strategiewandel: "Immer mehr Betriebe sorgen mit Qualifizierungen dafür, dass das Wissen auf dem neuesten Stand bleibt. Gerade im Handwerk brauchen die Betriebe die Erfahrung älterer Mitarbeiter."

Sieht also fast danach aus, als wäre Schluss mit dem Jugendwahn früherer Jahre, wo man Arbeitskräfte suchte, die möglichst noch keine dreißig Jahr alt waren, aber eine Berufserfahrung von "mindestens 25 Jahren" haben sollten – übertrieben formuliert.

Wohlgemerkt: es gibt viele Arbeitnehmer, die weiter arbeiten müssen, weil die Rente zu knapp ist, es gibt aber wohl noch mehr Arbeitnehmer, die mit über sechzig Jahren noch arbeiten, weil sie arbeiten wollen, da ihnen die Arbeit immer noch Spaß macht.

 

Quelle: faz.net

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