Europäischer Bison kehrt zurück nach Deutschland

Autor: Gute Nachrichten am 12. April 2013 

Gestern wurde eine Europäische Bison Herde (Wisent-Herde) in die freie Wildbahn ins Rothaargebirge entlassen. Man möchte die Wildrinder, die seit mehreren Jahrhunderten in Deutschland ausgestorbenen sind, wieder ansiedeln. Unterstützt wird die Aktion durch Wisent-Wildnis-Wittgenstein e.V. und Taurus Naturentwicklung e.V., wie der WWF gestern berichtete.

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Wisente kehren nach mehreren Jahrhunderten zurück.
© Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Was die beiden Vereine leisten ist beachtlich und wird auch vom WWF hoch gelobt. Damit würden wir ein Stück biologische Vielfalt zurück erhalten, so Diana Pretzell, Leiterin Naturschutz in Deutschland beim WWF. Außerdem gratuliert sie "Wissen-Wildnis-Wittgenstein und Taurus Naturentwicklung zu diesem Meilenstein".

Derzeit prüft der WWF in Zusammenarbeit mit Spezialisten der Weltnaturschutzunion IUCN und der Humboldt-Universität zu Berlin, wo genau und in welchem Umfang Wisente in Deutschland dauerhaft und langfristig wieder angesiedelt werden könnten. Die seltenen Wildrinder halten sich in großen Waldgebieten und möglichst straßenfreien Regionen auf. Deshalb geht man davon aus, dass sich nur eine kleine Anzahl von Gebieten als Lebensraum für die Europäischen Bisons eignet. Aller Voraussicht nach werden im Herbst die Ergebnisse vorliegen.
Wenn es soweit ist, und die Studie zum Abschluss kommt, wird WWF sich die empfohlenen Gebiete genauer ansehen und deren Machbarkeit für ein konkretes Wisent-Projekt, wie dem im Rothaargebirge, prüfen. Danach wird der WWF in den tauglichen Gebieten baldmöglichst Wiederansiedelungen anstreben. Deren Studie wie auch die gesammelten Praxiserfahrungen aus dem Rothaargebirge dienen als wichtige Grundlage.

Nach Aussagen des WWFs werden perspektivisch einige Jahrzehnte notwendig sein, um die Wildrinder in verschiedenen Gebieten anzusiedeln. Damit Inzucht langfristig vermieden wird, ist eine Vernetzung mir den osteuropäischen Vorkommen zum genetischen Austausch entscheidend. Vor allen Dingen mit dem Nachbarland Polen. Um all dem nachzukommen, müssen große Wildwander-Korridore eingerichtet werden, die zudem auch für den Erhalt weiterer Arten von Vorteil wären. Pretzell erklärt außerdem, dass die großflächige und dauerhafte Rückkehr der Großfauna, wie Wisent, Elch, Wolf und Luchs eine der größten Herausforderungen für den Naturschutz in Deutschland sei.

Auch wenn noch viel zu tun ist, dürfen sich Tierschützer und Tierfreunde über das Vorhaben freuen. Ich muss gestehen, dass ich bis vor wenigen Tagen noch nicht einmal wusste, dass diese tollen Tiere jemals bei uns heimisch waren. Wieder etwas gelernt. Schön, dass all die Tierarten langsam wieder zurückkommen – möge es so bleiben.

 

Quelle: wwf.de

Kategorien: Umwelt Rubriken: Tiere
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