Schweizer Start-Up-Unternehmen baut flexible Solarzellen

Autor: Gute Nachrichten am 2. April 2013 

Viele kleine Start-Up-Unternehmen arbeiten seit Jahren an der nächsten Generation von Solarzellen. Die heute gebräuchlichen Zellen können nur auf Hausdächern oder Freiflächen angebracht werden, kosten viel in der Herstellung und haben einen eher geringen Wirkungsgrad. In der nächsten Generation kann man diese auch an Fassaden und auf Fahrzeugen installieren, um Strom zu gewinnen.

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Die Firma Flisom, eine Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), wird von Schweizer Investoren und dem indischen Stahlbauer Tata gefördert, um eine industrielle Produktion aufzubauen. Flisom hat innovative flexible Solarzellen entwickelt, die man an Hausfassaden oder an gewölbten Flächen anbringen kann.

Flisom, mit dem Sitz in Dübendorf im Kanton Zürich, wird zunächst eine Fabrik bauen, die eine Jahresproduktion mit einer Kapazität von15 Megawatt haben wird. Der Wirkungsgrad der flexiblen Zellen ist zwar nicht höher als der, der herkömmlichen Produkte, aber neben der Biegsamkeit haben sie einen weiteren großen Vorteil, nämlich extrem niedrige Produktionskosten. Der von diesen Solarzellen erzeugte Strom soll rund 12 Cent pro Kilowattstunde kosten. Im Vergleich dazu kostet der Solarstrom derzeit 20 Cent pro Kilowattstunde. Die für die Stromerzeugung verantwortliche Schicht hat eine Basis aus einer Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid-Legierung (CIGS). Diese Zellen gibt es zwar schon, aber bisher war der Untergrund aus Glas, weil das herkömmliche Beschichtungsverfahren mit solch hohen Temperaturen gearbeitet hat, dass der flexible Kunststoff zum Schmelzen gebracht worden wäre. Den Wissenschaftlern ist es gelungen, die Beschichtungstemperatur so weit herunterzufahren, dass der Kunststoff nicht zum Schmelzen kommt.

K.R.S. Jamwal, Geschäftsführender Direktor von Tata Industries sagt: "Solche Technologien haben das Potenzial, das Leben vieler Menschen zu verbessern." Damit begründet er das finanzielle Engagement seiner Firma.

Die Zellen lassen sich in praktisch jede beliebige Form biegen. Damit könnte man Fassaden ästhetisch gestalten und gleichzeitig zur Stromerzeugung nutzen. Weiterhin könnte man sie auf Autodächern kleben, um die Bordbatterien von Elektroautos aufzuladen.

Man sieht, es tut sich viel in der Entwicklung der Photovoltaik und man darf gespannt sein, was sich junge, innovative Firmen in der Zukunft noch alles einfallen lassen werden.

Weitere Infos findet ihr unter flisom.ch.

 

Quelle: green.wiwo.de

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