Neue Methode wirkt Atomschmuggel entgegen

Autor: Gute Nachrichten am 15. April 2013 

Junge Physiker der Züricher Firma Arktis Radiation Detectors AG haben eine Methode gefunden, um selbst abgeschirmtes Plutonium und Uran sicher zu identifizieren. Ihr Ziel ist es, einen Detektor zu entwickeln, der an Frachthäfen und auf Flugplätzen Plutonium und Uran aufspüren kann, auch wenn dieses Material in Containern versteckt ist, die einen Bleimantel als Isolation besitzen.

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Neuer Detektor spürt Plutonium und Uran auch in Containern mit Bleimantel auf.
© Rainer Sturm / pixelio.de

Derzeit können vier Schweizer Wissenschaftler der Firma Arktis ihren Detektor im Forschungszentrum der Europäischen Union in Varese, Italien, im praktischen Einsatz testen.

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 ist man in vielen Staaten sensibilisiert, was den Schmuggel von radioaktivem Material angeht, denn schließlich bilden Plutonium und Uran die Grundbausteine für den Bau von Atombomben. Deswegen stößt die Züricher Firma mit ihrer Entwicklung auf großes internationales Interesse, denn die bisher bekannten Geräte zeigen große Schwächen. Sie reagieren auch bei anderen, harmlosen Stoffen, wie etwa Katzenstreu oder Düngemittel, da diese auch eine hohe Eigenstrahlung haben und somit Fehlalarm auslösen.

Der Detektor von Arktis arbeitet nach einem anderen Prinzip als die bisher gebräuchlichen Geräte, denn er bezieht den Zeitfaktor beim raschen radioaktiven Zerfall mit ein und benötigt darüber hinaus auch kein teures Helium-3-Edelgas wie die herkömmlichen Systeme. Rico Chandra, der CEO der Firma Arktis Radiation Detectors, sagt: "Wir können messen, was sonst niemand messen kann."

Wenn die Tests in Varese erfolgreich verlaufen, öffnet sich für die junge Firma ein lukrativer Markt. Arktis Radiation Detectors ist eine Ausgründung der Eidgenössischen Hochschule in Zürich (ETH) und wurde 2007 gegründet. Die beiden Gründer Rico Chandra und Giovanna Davatz betonen, dass in ihrer Firma nicht nur Physiker sondern auch Softwarespezialisten, Elektroniker, Material- und Betriebswissenschaftler arbeiten und sich bei den Arbeiten hervorragend ergänzen.

Der Schmuggel von geeignetem Basismaterial zum Bau von Atomwaffen birgt riesige Gefahren für die Menschen in sich, falls dieses Material in die falschen Hände kommt. Insofern ist zu hoffen, dass die Tests in Varese positive Ergebnisse bringen und sich der Detektor der Schweizer Wissenschaftler weltweit durchsetzen kann.

 

Quelle: nzz.ch

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