Wie man Krebs die Nahrung entzieht

Autor: Gute Nachrichten am 20. März 2013 

Wie wir wissen, braucht unser Körper Zucker, Fett und Eiweiß. Kohlehydrate werden von unserem Körper sehr rasch in Zucker umgewandelt. Zucker ernährt unser Gehirn und hält es leistungsfähig. Aber Zucker ist auch der Nährstoff für Krebszellen. Jetzt kann man sich die Frage stellen, ob durch den Verzicht auf Kohlehydrate und Zucker Krebszellen besiegt werden können.

Fisch mit Algen
© w.r.wagner / pixelio.de

Bereits anfangs des 20. Jahrhunderts beobachtete der kanadische Anthropologe Vilhjámur Stefánsson, dass Eskimos nicht an Krebs erkrankten, wenn sie sich traditionell ernährten. Wie man weiß, aßen Eskimos Fleisch von Robben, Karibus oder Fisch. Als sie Mitte des 20. Jahrhunderts bequemer wurden und nicht mehr auf die Jagd gingen, stellten sie ihre Ernährung um auf die kohlehydratreiche Industrienahrung und  starben in der Folge häufig an Krebs.

Der Tumorbiologe Johannes Coy bestätigt diese Beobachtungen und sagt, dass Kohlehydrate, die der Körper sehr schnell in Zucker umwandelt, zwar einerseits eine sehr gute und wichtige Gehirnnahrung sind aber andererseits würde Zucker auch Krebszellen schützen und damit oft Strahlen- und Chemotherapien unwirksam machen. Coy sagt: "Der Stärkeanteil in der Nahrung hat sich massiv verändert und das macht uns anfälliger gegen Krebs." Verantwortlich dafür ist das TKTL1-Gen, das für die Weiterentwicklung des Gehirns zuständig ist, aber auch Krebszellen schützt. Dieses Gen hat er vor 17 Jahren entdeckt.

Im Jahr 2005 gelang Coy der Nachweis, dass sich die Tumorzelle ihre Energie, genau wie die normale Zelle, durch Verbrennung von Fett, Zucker und Eiweiß holt. Das geschieht in kleinen Zellkraftwerken, den Mitochondrien. Nun kommt aber der entscheidende Unterschied: die Krebszelle lebt nur noch von Zucker, den sie zur Milchsäure vergärt. Deswegen sterben viele an Krebs erkrankte Menschen, denn die Milchsäure zerstört das umliegende, ursprünglich gesunde Gewebe. Selbst in Knochen kann sich die Milchsäure einätzen und dort Metastasen bilden.

Obwohl der Krebs als Krankheit seit weit über 100 Jahren bekannt ist und obwohl alleine in Deutschland über 1,4 Millionen Menschen an Krebs erkrankt sind, weiß man sehr wenig über die Entstehung von bösartigen Tumoren.
Jetzt stellt sich die Frage, ob man mit einer Umstellung der Ernährung Krebs verhindern oder besiegen kann. Hierzu sagt Johannes Coy: "Während einer Therapie erhöht eine Ernährungsumstellung die Wirksamkeit der Bestrahlung oder Chemotherapie." Mit solchen Äußerungen ruft Coy sofort einige Gegner auf den Plan, denn die Behandlung von Krebs ist weltweit ein Milliardengeschäft für die Pharmaindustrie und die behandelnden Ärzte. Wer hier den entscheidenden Durchbruch schafft, hilft nicht nur den Betroffenen, sondern wäre selbst das, was man einen "gemachten Mann" nennt.

An den Universitäten in Würzburg, Heidelberg und  Tübingen wird jedenfalls im Sinne von Coy geforscht. Je mehr Wissenschaftler sich damit beschäftigen, desto besser dürften wohl die Forschungsergebnisse ausfallen.

 

Quelle: n-tv.de

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