Beschneiungsanlagen – umweltfreundliche Stromerzeuger von morgen?

Autor: Gute Nachrichten am 19. März 2013 

Die Skisaison neigt sich vor allen Dingen in den tiefer gelegenen Orten langsam dem Ende zu und Ende April schließen auch die letzten Skigebiete, oftmals nicht mangels Schnee sondern wegen zu wenigen Besuchern.

Schneekanone voll Schnee, positive nachrichten
© Claus-P. Schulz / pixelio.de

Die Pistenflächen, die man technisch, will heißen mit Kunstschnee, beschneien kann, werden von Jahr zu Jahr mehr. Man muss Speicherseen anlegen, Pumpstationen bauen und Rohre unter den Almwiesen verlegen. Nicht umsonst ruft das in schöner Regelmäßigkeit Naturschützer auf den Plan, die gegen die künstliche Beschneiung argumentieren. Die Argumente fliegen hin und her und sind nicht immer von großer Sachlichkeit oder echtem Sachverstand geprägt.

Um das Thema zu versachlichen, sollte man Zahlen sprechen lassen. Aus diesem Grund hat man letztes Jahr in der Schweiz einmal Verbrauchszahlen zu diesem Thema aufbereitet, die manchem Gegner der Beschneiungsanlagen nicht ins Konzept passen dürften:
Der gesamte Strombedarf der Bergbahnen in der Schweiz beträgt pro Jahr etwa 183 Gigawattstunden (GWh). Davon fallen auf die Beschneiungsanlagen 32 Prozent. Das entspricht einem Anteil von 0,08 Prozent des in der Schweiz produzierten Stroms. Noch ein interessanter Vergleich kam dabei zum Vorschein. Der Stromverbrauch pro Wintersportler und Skitag liegt mit 5,3 kWh um einiges unter dem Stromverbrauch, den ein Besucher des Thermalbades in Meran (Südtirol) verursacht. Der verbraucht nämlich 14,7 kWh. Laut einer Statistik aus dem Jahr 2009.

Die künstlich angelegten Speicherseen, die Pumpwerke und die verlegten Leitungen können als Kleinwasserkraftwerke genutzt werden. Das bedeutet, dass man insbesondere in den Sommermonaten, wenn die Niederschlagsmengen allgemein höher sind als im Winter, die Speicherseen samt technischer Infrastruktur zur Stromerzeugung einsetzen kann.

Eine interessanter Aspekt, der nicht nur auf die Schweiz zutrifft, sondern auf alle Alpenregionen: Im Winter macht man künstlichen Schnee, um die Skisaison pünktlich beginnen zu können und im Frühjahr und Sommer erzeugt man Strom für die im Skigebiet liegenden Gemeinden und Berghäuser.

 

Quelle: seilbahn.net

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