Untersee-Kugel als Stromspeicher

Autor: Gute Nachrichten am 16. Februar 2013 

Die Firma Hochtief und das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik arbeiten an einem von der Bundesregierung mit 1,2 Millionen Euro geförderten Forschungsprojekt, das die Entwicklung eines Unterwasser-Stromspeichers zum Ziel hat.

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Das Mittelmeer wäre tief genug, um solch ein Pumpspeicherkraftwerk zu installieren.
© Rainer Sturm / pixelio.de

Das Prinzip ähnelt dem eines klassischen Pumpspeicherkraftwerks: wenn Wind und Sonne bei günstigen Wetterbedingungen zuviel Strom produzieren, dann sollen elektrische Pumpen die Kugeln bis nahezu ans Vakuum auspumpen. Wenn wieder Strom gebraucht wird,  strömt das Wasser in die Kugeln zurück und treibt dabei eine Turbine an.

In der Tiefe herrscht ein hoher Wasserdruck, der für eine große Druckdifferenz zwischen Kugelinnern und Umgebung sorgt.
Das ist der Grund dafür, dass dieses System weniger Platz braucht als die jetzigen Pumpspeicher und dass man geringere Eingriffe in unsere Natur vornehmen muss.
Noch heuer soll der erste Prototyp in einem See in Süddeutschland versenkt werden. Die Betonkugel wird einen Durchmesser zwischen drei uns sechs Meter haben. Wenn die Versuche mit diesem Prototypen erfolgreich verlaufen, werden Kugeln mit einem Durchmesser von 30 Metern in einer Tiefe von etwa 700 Metern 20 Megawattstunden pro Kugel speichern. Achtzig solcher Kugeln wären in der Lage, die Leistung eines 400-Megawatt-Windparks für vier Stunden zwischenzuspeichern.
Die Nord- oder die Ostsee wären als Standort nicht geeignet, da sie nicht tief genug sind. Ein besserer Standort wäre da zum Beispiel das Mittelmeer.

Um die Energiewende erfolgreich durchzuführen, sind Pumpspeicherwerke unerlässlich. Dank der Forschungen mit den Unterwasserspeichern scheint sich hier eine relativ einfache, naturschonendere Lösung zu ergeben.

 

Quelle: innovations-report.de

Kategorien: Umwelt Rubriken: Alternative Energien, Wasser
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