Ein CO2-Schwamm für Kohlekraftwerke

Autor: Gute Nachrichten am 22. Februar 2013 

Anlagenbauer wie Siemens, Alstom und andere haben es in den vergangenen Jahren geschafft, den Wirkungsgrad von Kohlekraftwerken auf nahezu 50 Prozent hochzuschrauben. Das ist zunächst erfreulich, ändert aber nichts daran, dass diese Art von Kraftwerken nach wie vor CO2-Schleudern sind, mit all den hinlänglich bekannten negativen Folgen für unser Klima.

Kohlekraftwerk, Kraftwerk Boxberg
© Dirk Suhm / pixelio.de

Es sieht nach einem Teufelskreis aus, denn entfernt man das Kohlendioxid aus den Rauchgasen, dann müssten 20 Prozent mehr Kohle verbrannt werden, um die gleiche Strommenge produzieren zu können. Die großen Mengen an Energie braucht man, um die Flüssigkeit zu regenerieren, mit der man das Rauchgas auswäscht. Das ist nötig, um das Kohlendioxid aus der Flüssigkeit herauszulösen und um es tief in der Erde zu lagern. Das heißt, weniger CO2-Ausstoß wird dabei nur mit höherem Kohleverbrauch erreicht. Da "beißt sich also die Katze in den Schwanz".

Jetzt haben Wissenschaftler aus Australien einen Weg gefunden, bei dem der Wirkungsgrad nur unwesentlich verschlechtert wird. Sie nutzen keine Flüssigkeit zur Auswaschung von CO2, sondern sie setzen eine metallorganische Gerüstverbindung ein. Es handelt sich dabei um Moleküle, die das CO2 an sich reißen und in ihren Poren wie ein Schwamm festhalten. Das bedeutet, sie absorbieren das Klimagas.

 

Wie kommt das Gas nun aus den Poren wieder heraus?

Die Forscher setzen Linsen ein, die das Sonnenlicht konzentrieren und dabei durch den UV-Anteil des Lichtes die Gerüstverbindungen in Schwingungen versetzen. Dabei entweicht das CO2 und kann eingefangen werden. Die Schwingungen sind nicht so stark, dass sie die Gerüststruktur zerstören würden, so dass der Vorgang immer wieder zum Einfangen von Kohlendioxid genutzt werden kann. Das Forscherteam von der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation und der Monash University in Melbourne ist dabei, die Porengröße der Gerüststruktur zu optimieren, um sie an die Größe der CO2-Moleküle anzupassen.

 

Einen Haken hat das Verfahren: da man zuverlässig Sonnenlicht braucht, ist der Einsatz im sonnenarmen Mitteleuropa eher fraglich. Jedoch, global betrachtet, wäre es ein großer Schritt in die richtige Richtung, um Kohlekraftwerke umweltfreundlicher zu machen.

 

Quelle: green.wiwo.de

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