Völlige Dunkelheit erweckt Kreativität zum Leben

Autor: Gute Nachrichten am 15. Januar 2013 

In der völligen Dunkelheit kann manch einem ein Licht aufgehen: Für manche Menschen kann der Zustand, sich in totaler Finsternis aufzuhalten, überaus beängstigend sein. Doch sich vertrauensvoll in die Hände der Dunkelheit zu begeben, kann durchaus kreatives Denken bewirken. Das haben nun Forscher der Technischen Universität Dortmund herausgefunden.

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Mondfinsternis: Völlige Dunkelheit macht kreativ.
© andi-h / pixelio.de

BWL-Professor Hartmut Holzmüller von der TU Dortmund sagt: "Lichtlosigkeit spielt eine enthemmende Rolle und erweitert das Bewusstsein". Er wollte herausfinden, wie sich Lichtlosigkeit auf die Kreativität des Menschen auswirkt. Dazu untersuchte der Forscher das Verhalten von insgesamt 74 Probanden.

Holzmüller ließ die Testpersonen kreative Aufgaben erledigen, wobei sich die einen nur in völlig dunklen Räumen aufhielten und die anderen hingegen in Räumen bei Licht. Lichtquellen wie Uhren oder Handys mussten abgegeben werden. Dann wurden unteranderem folgende Fragen gestellt: "Was kann man alles mit einer Zeitung machen?", "Welche runden Dinge fallen dir ein?", "Was kann man Ungewöhnliches mit einem Kaugummi anstellen?". Eine Jury wertete anschließend die Antworten hinsichtlich Qualität, Originalität und Vielfalt aus.

Die Probanden aus der Gruppe in den Räumen mit Licht gaben auf alle Fragen weniger kreative und abwechslungsreiche Antworten: Bei der Zeitungsfrage sagten sie zum Beispiel, man könne diese kaufen, lesen oder mit dem Papier etwas basteln. Die Gruppe aus dem Dunkel-Raum hingegen ergänzte mit Ideen wie die Zeitung auch verbrennen oder mit ihr den Abfluss der Badewanne zu verstopfen. Fazit: Die Dunkel-Gruppe gab kreativere Antworten als die Licht-Gruppe.

Holzmüller erläutert: "Bei der Qualität haben die lichtlosen Gruppen bis zu 30 Prozent mehr Ideen entwickelt. Das hat mich schon überrascht." Der Unterschied in Sachen Originalität war allerdings gering. Der Wissenschaftler plant bereits weitere Experimente in völliger Dunkelheit. Dann könnte es beispielsweise um Konfliktlösungen und die Planung von Projekten gehen.

Der Professor glaubt, dass die Dunkelheit dem Menschen mehr persönliche Freiräume erlaube und so würden die Probanden enthemmter an die Aufgabe herangeführt werden. Die Teilnehmer bekämen so ja auch die nonverbalen Reaktionen nicht mit und wüssten nicht, wie ihr Gegenüber auf ihre Antworten reagiert. So entstünde eine "Gute-Laune-Situation", wie Holzmüller sagt. Eine solch positive Stimmung würde zur entsprechenden Kreativität beitragen. Um das einmal selbst auszuprobieren, sei ein absolut lichtloser Raum die Grundvoraussetzung.

Wer weiß, vielleicht gibt es ja in Zukunft Völlige-Finsternis-Räume in den Büros, um die Kreativität voll ausschöpfen zu können und so Gespräche zu führen, in denen man leichter zuhören kann und sich auf den jetzigen Augenblick konzentriert, damit einem die Ideen nur so wie die Schuppen von den Augen fallen. Auch Zuhause, könnte man sein Schlafzimmer zur Dunkel-Denk-Kammer umrüsten, wenn einem danach ist.

Ein interessantes und auch irgendwie witziges Thema, dass einen zum Nachdenken bringen kann -  zeigt es doch auch, wie sehr man sich von Äußerlichkeiten ablenken lässt. 😉

 

Quelle: yahoo.com

Kategorien: Wissenschaft Rubriken: Licht
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