Antikes Medikament für Augen entschlüsselt

Autor: Gute Nachrichten am 10. Januar 2013 

Was heute für’s Auge gut ist, war es bereits 140 vor Christus: an der italienischen Küste wurde zu jener Zeit das uralte Frachtschiff Relitto del Pozzino entdeckt, das vor der italienischen Küste gesunken ist. An Bord befanden sich Tabletten, die analysiert wurden und beweisen, dass bereits im alten Rom, Ärzte, Augenreizungen mit den gleichen Wirkstoffen wie heute behandelt haben. Die leitende Wissenschaftlerin Erika Ribechini von der Universita di Pisa sagt, dass es sich bei diesen Tabletten um die ältesten Medikamente handle, die bis dato analysiert worden sind. Veröffentlicht wurde die Studie im Fachmagazin PNAS.

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Diese antike Zinktablette ist mehr als 2000 Jahre alt.
© PNAS, Erika Ribechini

Die scheibenförmigen Tabletten haben einen Durchmesser von vier Zentimetern und eine Dicke von einem Zentimeter. Ribechini geht laut einem New-Scientist-Bericht davon aus, dass die Tabletten in Wasser eingetaucht und dann direkt auf die Augen gelegt wurden. Diese bestehen größtenteils aus Smitsonit, Zinkcarbonat und Hydrozinkit. Somit entspricht das damalige Medikament dem weit verbreiteten Einsatz von auf Zink basierenden Mineralien zur Behandlung von Haut und Augen.

Laut Ribechini gibt es Hinweise darauf, dass die damaligen Tabletten eine große Menge an pflanzlichen und tierischen Ölen als Zusatz enthielten. Entdeckte Pollenkörner eines Olivenbaums weisen darauf hin, dass Olivenöl bereits damals ein wichtiger Bestandteil von Medikamenten war.

Die Tabletten fand man in einem fest verschlossenen Zylinder, einer sogenannten Pyxis. Das Medikament wurde darin luftdicht aufbewahrt, um vor Korrosion durch Sauerstoff zu schützen. Das man einen solchen Fund gemacht hat, der so gut erhalten geblieben ist,  ist ein absoluter Glücksfall. Man geht davon aus, dass damals ein Arzt an Bord des 1989 entdeckten Schiffes gewesen sein muss, da noch mehr medizinische Gerätschaften wie Fläschchen und Vorrichtungen zur Entnahme von Blut gefunden wurden.

 

Quelle: pressetext.com

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