Treibhausgas kann nützlich verwendet werden

Autor: Gute Nachrichten am 10. Dezember 2012 

Ein Team von Chemikern unter der Leitung von Surya Prakash von der University of Southern California schreiben in der Zeitschrift "Science", dass man das extrem schädliche Treibhausgas Fluoroform mittels neuer Verfahren nicht nur entsorgen, sondern sogar wirtschaftlichen Nutzen daraus ziehen könnte.

Jahr für Jahr entstehen bei der Herstellung von Antihaftbeschichtungen oder Kühlmitteln Tausende Tonnen an Fluoroform (CHF3). Dieses Gas hat eine äußerst unangenehme Eigenschaft: es braucht in der Atmosphäre Jahrhunderte, bis es sich auflöst und es schädigt unser Klima etwa 12.000 Mal stärker als Kohlendioxid (CO2). Bisher wird es unter erheblichem Kostenaufwand zerstört und dennoch gelangen Teile in die Atmosphäre, wo laut Schätzungen bis zum Jahr 2015 zirka 24.000 Tonnen Fluoroform sich anlagern werden.

Bisher war an eine wirtschaftliche Nutzung des Gases nicht zu denken. Der Grund liegt darin, dass es sehr reaktionsträge ist und sich somit nur sehr schwer zu chemischen Reaktionen bringen lässt. Den Chemikern um Surya Prakash ist es gelungen, mehrere Verfahren zu entwickeln, um aus Fluoroform Zwischenstoffe für diverse Produkte herzustellen. Damit kann man unter eindeutig definierten, reproduzierbaren Bedingungen aus Fluoroform beispielsweise fluorierte Silizium-, Schwefel- oder Kohlenstoff-Verbindungen herstellen. Diese können dann zu Endprodukten weiterverarbeitet werden.

Die Chemiker fanden heraus, dass die stabile Kohlenwasserstoff-Bindung in Fluoroform durch starke basische Verbindungen aktiviert werden kann. Das könnte dazu führen, dass Fluoroform in Zukunft anstelle von Bromtrifluormethan (CBrF3), das stark ozonschädigend ist, genutzt werden kann. CBrF3 darf gemäß dem Klimaprotokoll von Montreal nur noch in stark begrenzten Mengen eingesetzt werden.

Die Forscher von der University of South California wollen ihre Methode zum Patent anmelden und damit steht einer weltweiten Anwendung dieses Verfahren nichts im Wege.

 

Quelle: n-tv.de

Kategorien: Wissenschaft Rubriken: Luft
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