Der Weg zum CO2-freien Kraftwerk ist geebnet

Autor: Gute Nachrichten am 20. Dezember 2012 

Die Technische Universität Darmstadt beschäftigt sich mit der Erforschung des Carbonate-Looping-Verfahrens zur kostengünstigen und effizienten Abscheidung von Kohlendioxid. Damit können die CO2-Emisssionen von Kraftwerken um über 90 Prozent gesenkt werden und gleichzeitig würden sich der Energieverbrauch und die Kosten stark verringern.

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© Markus Kräft / pixelio.de

Die TU Darmstadt betreibt einer der größten Versuchsanlagen zur Abscheidung von CO2 in der ganzen Welt. Das sogenannte Carbonate-Looping-Verfahren wurde dabei in den letzten Jahren erfolgreich optimiert. Ein weiterer großer Vorteil ist die Tatsache, dass damit bestehende Kraftwerke nachgerüstet werden können.

Bei der Verbrennung von fossilen Stoffen wie Kohle oder Erdgas entstehen große Mengen des Klimagases CO2. Die Abscheidung und Weiterverwendung von Kohlendioxid aus den Abgasen der Kraftwerke, in der Fachsprache Carbon Capture and Utilisation, kurz CCU genannt, ist eine Schlüsseltechnologie für emissionsärmere und damit umweltfreundliche Kraftwerke.
Mithilfe von CCU könnten die CO2-Emissionen in der Stromerzeugung und in der Industrie auf ein Minimum reduziert werden. Die bisherigen Methoden haben alle den Nachteil, dass sie sehr teuer sind und einen hohen Energieaufwand erfordern.
Bei CCU ist dies entscheidend anders, denn hier sind Energieaufwand und Kosten äußerst gering.

 

Wie funktioniert nun das Carbonate-Looping-Verfahren?

Dabei wird in einen ersten Reaktor der in der Natur vorkommende Kalkstein genutzt, um das CO2 aus den Abgasen des Kraftwerks heraus zu binden. In einem zweiten Reaktor wird das CO2 wieder freigesetzt und kann dann weiterverarbeitet oder gespeichert werden. Klingt einfach und ist es prinzipiell auch. In der Versuchsanlage der TU Darmstadt konnten etwa 90 Prozent der CO2-Abgase mit dieser Anordnung gebunden werden.

Bestehende Kraftwerke können mit diesem verfahren nachgerüstet werden, das heißt alte „Dreckschleudern“ müssen nicht unbedingt vom Netz genommen werden. Prof. Dr.-Ing. Bernd Epple, der Institutsleiter, der das Verfahren zusammen mit dreißig Mitarbeitern erforscht, sagt: „Dieses Verfahren stellt einen Meilenstein auf dem Weg zum CO2-freien Kraftwerk dar. Dadurch können Kohle-, Erdgas-, Biomasse- und Müllverbrennungsanlage zuverlässig und kostengünstig Strom und Wärme erzeugen, ohne die Umwelt zu belasten.“

Wie oft hat man erlebt, dass innovative Ansätze aus der Forschung in der industriellen Anwendung versagt haben oder ungeeignet waren. Dies ist hier nicht der Fall, denn die TU hat begleitende Untersuchungen und Simulationen getätigt, die beweisen, dass eine großtechnische Anwendung möglich ist.

Ein schönes Beispiel dafür, dass Forschung, Entwicklung und die Anwendung in der Praxis Hand in Hand gehen können und das Ganze in diesem Falle zum Wohle unseres Klimas. Nicht jedes Land möchte auf fossile Kraftwerke verzichten, also wäre hier solch ein Verfahren äußerst sinnvoll – solange man nicht noch umweltschonendere, effizientere und sinnvollere Alternativen einsetzt, die zum Wohle aller wären.

 

Quelle: tu-darmstadt.de

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