Franzosen gewinnen aus Abwasser Gold

Autor: Gute Nachrichten am 6. November 2012 

Wer kennt das französische Start-Up Unternehmen Magpie Polymers? Wohl niemand. Es kann aber sein, dass man diesen Namen in der Zukunft öfter hören und lesen wird. Magpie Polymers hat nämlich eine Technik entwickelt, mit der man winzige Spuren von wertvollen Metallen äußerst effizient aus Industrieabwässern herausfiltern kann.

Gold, Goldbarren
Gold: Französisches Start-Up Unternehmen filtert Spuren aus Abwasser.
Bild-Quelle: Thorben Wengert / pixelio.de

Man installiert verschiedene Filter aus Polymer-Kügelchen. Mit diesen Kügelchen verbinden sich selektiv verschiedene Metalle, das heißt pro Metallsorte braucht man einen bestimmten Filter. Man kann diese Methode auch dazu verwenden, giftige Metalle zu entfernen und damit das Abwasser weniger umweltschädlich werden zu lassen.

Magpie-Mitbegründer Etienne Almoric sagte gegenüber der Agentur "pressetext": "Unsere weißen Polymerperlen, die einen Durchmesser von 0,5 bis zu einem Millimeter haben, können pro Liter rund 50 bis 100 Gramm an Gold, Palladium, Platin oder Rhodium aufnehmen. Die Technologie ist dabei selektiver und effizienter als bisherige Verfahren. Wir können gezielt Edelmetalle aus Abwässern holen, die auch andere Metalle enthalten. Es bleibt maximal ein Milligramm des gefilterten Metalls pro Liter im gefilterten Abwasser. Das ist bedeutend weniger als bei herkömmlichen Verfahren. Firmen, die schon bisher Edelmetalle aus Abwässern gefiltert haben, verdienen mit unserem effizienteren Verfahren Geld."

Um die Wirtschaftlichkeit dieses Verfahrens zu verstehen, muss man wissen, dass 50 bis 100 Gramm, von einem Liter Polymer aufgenommen werden können. Diese Menge hat einen Wert, je nach Metallsorte, zwischen 3.000 und 5.000 Euro.

Neben dem Einsatz zur Filterung von wertvollen Metallen gibt es eine zweite Einsatzmöglichkeit für diese Filter, nämlich die Beseitigung von giftigen Metallen aus Abwässern. Hierzu meint Etienne Almoric: "Die selektiven Polymere erlauben nicht nur eine Anpassung an die individuelle Abwasserzusammensetzung, sondern auch einen Einsatz als Filter für Blei, Quecksilber, Kupfer oder Uran. Auch hier ist die Selektivität unserer Methode der größte Vorteil. Bei komplexen Trennvorgängen, etwa wenn die Gifte in Form von Komplexen vorliegen, ist unsere Technologie besser als bekannte Vorgehensweisen. In der Entgiftung werden die Polymere aber noch nicht produktiv eingesetzt."

Magpie Polymers will die Technologie soweit verfeinern und verbessern, dass man maßgeschneiderte Lösungen für die Probleme jedes Unternehmens, das Metalle aus Abwässern filtert, liefern kann.

Magpie hat heute sechs Mitarbeiter. Die Tatsache, dass die kleine Firma kürzlich eine halbe Million Euro von Banken und dem Stahl-Konzern ArcelorMittal einsammeln konnte, ist ein Beleg dafür, dass institutionelle Anleger Vertrauen in die Firma und deren Produkt haben. Man geht davon aus, dass Magpie in vier Jahren einen Umsatz von 15 Millionen Euro erzielt.

Die Entwicklung bei Magpie Polymers ist ein schönes Beispiel für die sinnvolle Vergabe von Darlehen an eine Firma, bei der das Geschäftsmodell "stimmt" und die ohne externe Geldgeber nicht weiter existieren und sich weiter positiv entwickeln könnte. Das ist die wichtigste Aufgabe von Banken und nicht das Verzocken von Kundengeldern.

 

Quellen: pressetext.com

Kategorien: Umwelt Rubriken: Recycling, Wasser
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