Die ″gute″ Seite von CO2

Autor: Gute Nachrichten am 13. November 2012 

Viele Dinge haben in Deutschland einen eher schlechten Ruf, ob zu Recht oder zu Unrecht, lasse man einmal dahingestellt. Braunkohlekraftwerke genießen nicht den besten Ruf. Der Grund hierfür ist einfach: sie haben einen hohen CO2-Ausstoß und gelten somit als Klimaschädlinge. Die Rheinisch Westfälischen Elektrizitätswerke AG (RWE) kämpfen, wie alle Energieversorger ebenfalls um ihren guten Ruf, weil man halt grundsätzlich gegenüber Energieversorgungsunternehmen, politisch gewollt, misstrauisch ist. Umweltverschmutzung, schadensanfällige Atomkraftwerke, teure Strompreise und was sonst noch alles an Negativem gegenüber den Stromlieferanten ins Feld  geführt wird.

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Braunkohlekraftwerk in Niederaußem: Pilotanlage züchtet Algen durch Kohlendioxidzufuhr, um energieerzeugende Biomasse herzustellen.
Bild-Quelle: Kurt F. Domnik / pixelio.de

Ein schönes Beispiel dafür, dass nicht alles schlecht ist, was im Zusammenhang mit den beiden oben genannten "Reizwörtern" steht, möchte ich an dieser Stelle einmal näher beschreiben:
"BOA1" ist ein modernes Braunkohlekraftwerk am Standort Niederaußem in Nordrhein-Westfalen. Das seit 2003 in Betrieb befindliche Kraftwerk hat einen deutlich höheren Wirkungsgrad und damit einen wesentlich niedrigeren CO2-Ausstoss als die alten "Dreckschleudern" in der ehemaligen DDR. An diesem Standort forscht RWE Power in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern nach Möglichkeiten, die Belastungen für die Umwelt weiter herunterzufahren und das erzeugte CO2 sinnvoll zu nutzen.

Möglichkeiten, sich CO2 zunutze zu machen, gibt es viele: mit Hilfe von CO2 kann auf Umwegen über Mikroalgen grüner Strom erzeugt werden. Algen brauchen wie alle Pflanzen zum Überleben CO2. Sie haben aber als Meerespflanzen gegenüber allen Landpflanzen einen großen Vorteil, denn sie wachsen wesentlich schneller. In einer Pilotanlage in Niederaußem hat man durch gezielte CO2-Zufuhr Algen gezüchtet. Das Ergebnis ist eine neue, vielseitig einsetzbare Biomasse, die man natürlich auch als Biomasse verwenden kann.
Allgemein hat man sich bei RWE Power das Ziel gesetzt, austretendes Kohlendioxid aufzufangen, bevor es in die Atmosphäre gelangen kann. Eine Lösung hierfür nennt sich Rauchgaswäsche. Wie der Name schon sagt, wird dabei CO2 aus dem Rauchgas herausgewaschen, also abgetrennt. Es kann also nicht mehr in die Umwelt entweichen. In der Pilotanlage in Niederaußem werden mehr als 90 Prozent des Kohlendioxids abgetrennt und gespeichert.

Weiterhin bietet sich das abgetrennte CO2 als Grundstoff für innovative Produkte an. Hat man das CO2 in möglichst reiner Form aus den Rauchgasen eliminiert, kann man daraus durch weitere Verfahrensschritte Kunststoffe, sogenannte Polyurethane, herstellen. Wo braucht man diese Polyurethane? Bei der Herstellung von Matratzen oder Polstermöbeln, in der Automobilindustrie oder auch bei der Gebäudedämmung werden diese eingesetzt. RWE erforscht in Zusammenarbeit mit dem Chemiekonzern Bayer und der Universität  Aachen im Rahmen eines Projektes namens "Dream Production" an der Herstellung dieser Kunststoffe.

Das Vorhaben klingt verheißungsvoll, mal sehen, was daraus wird.

Weitere Infos findet ihr hier.

 

Quelle:  vorweggehen.de

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