Biokohle als Schlüsseltechnologie bei erneuerbarer Energiegewinnung

Autor: Gute Nachrichten am 8. November 2012 

Wenn man "HTC" hört denken wohl die meisten an eine Handy-Marke aus Taiwan. Hier bedeutet es aber was völlig anderes, nämlich Hydrothermale Carbonisierung von Biomasse. Soll heißen die Erzeugung von Biokohle als regenerativer Brennstoff für Stromerzeugungsanlagen.

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Schilf: einer der Rohstoffe zur Erzeugung von Biokohle.
Bild-Quelle: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Die Firma Eurosolid Power Systems AG aus dem schwäbischen Leonberg hat in die weltweit erste Anlage zur industriellen Stromerzeugung von Biokohle investiert. Mit integriert ist ein Lithiumbatteriespeicher mit einer Leistung von einem Megawatt.

Eurosolid hat die Komponenten Solarpark, neuartige Kleinwindanlagen, Biokohleanlage und Lithiumakku zu einer Gesamtanlage zusammengestellt, die in der Zukunft für ganze Dörfer und Kleinstädte kostengünstigen und versorgungssicheren Strom liefern kann. Das Investment hat eine finanzielle Größenordnung von 100 Millionen Euro.
Die Biokohle kann als regenerativer Brennstoff in hoch flexiblen Stromerzeugungsanlagen in Verbindung mit leistungsfähigen Akkus die Schwankungen der Wind- und Sonnenenergie ausgleichen.

Das Pflanzenmaterial für diese HTC-Anlage zur Erzeugung der Biokohle kommt zukünftig aus Reststoffen der Landwirtschaft und aus Schilf. Das Schilf erntet man in Moorgebieten. Damit unterstützt die Anlage die gewünschte Wiedervernässung von früher trockengelegten Moorgebieten in Mecklenburg-Vorpommern. Somit werden, quasi als Zugabe, Forderungen von Klima- und Naturschützern erfüllt, denn die Wiedervernässung von Moorgebieten hilft dem Artenschutz und erzeugt CO2-Senken.

Ja, ja die erfinderischen Schwaben. Wie hieß es doch vor einiger Zeit in einem TV-Spot über Baden-Württemberg so schön? "Mir kennet älles außer Hochdeutsch".

 

Quelle: sonnenseite.com

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