Software entlarvt betrügerische Manager

Autor: Gute Nachrichten am 26. September 2012 

Forscher der Brigham Young University in Provo (Utah) haben ein Programm entwickelt, das auf der Basis von öffentlich zugänglichen Unternehmensbilanzen Betrugsfälle aufdecken kann. Die Software hat den passenden Namen, nämlich MetaFraud, was frei übersetzt "Betrugshintergründe" heißt. Sie besteht aus mehreren Algorithmen, die Bilanzen auf Auffälligkeiten hin untersuchen. Diese Ergebnisse werden anschließend an einen "Meta-Algorithmus" übergeben, der in der Lage ist, zu bewerten, ob bei dem betreffenden Unternehmen ein Betrugsfall vorliegt oder nicht. Bei Tests, die man mit Fällen aus der Vergangenheit durchführte, hatte MetaFraud eine Trefferquote von immerhin 90 Prozent.

Korruption geht baden
Software schickt Korruption baden.
Bild-Quelle: Rainer Sturm / pixelio.de

Damit erreicht die Software eine bis dato unerreichte Präzision bei der Ausforschung von Betrugsfällen. Mit dieser Software kann man sehr erfolgreich Wirtschaftskriminalität und deren hohe Folgekosten für die Allgemeinheit bekämpfen. Unternehmensberater Franz Gober sagt dazu: "Mehr Sauberkeit in der Wirtschaft ist immer wünschenswert. Wenn die Erfolgsquote sich tatsächlich bestätigt, sollten die Aufsichtsorgane das Programm als zusätzliches Werkzeug verwenden, um mehr Fälle prüfen zu können. Die menschlichen Ressourcen sind ja stets begrenzt."

Um MetaFraud auf den heutigen Stand zu bringen, waren jahrelange Forschungsarbeiten nötig. Die Software ist lernfähig und kann sich an bisher unbekannte Daten anpassen. Um die Qualität des Programms auszuprobieren, haben die Forscher 9.000 Jahresbilanzen aus den letzten 15 Jahren getestet. Die Ergebnisse waren beeindruckend, denn MetaFraud hatte in 80 Prozent der Betrugsvermutungen Recht. Die Genauigkeit steigt sogar auf 90 Prozent, wenn nur die Fälle betrachtet werden, bei den MetaFraud auf Betrug "tippt".

Mit dieser Software können Daten, die bereits öffentlich zugänglich sind, äußerst kostengünstig und mit hoher Genauigkeit auf Betrugsfälle untersucht werden. Die Forscher wollen dieses Werkzeug Wirtschaftsprüfern und Behörden zur Verfügung stellen und damit den Kampf gegen Korruption unterstützen. Franz Gober sagt: "Auch andere Mittel – etwa Anreize für Whistleblower (Hinweisgeber) – müssen zum Einsatz kommen. Alles was hilft, die Wirtschaftskriminalität einzudämmen, ist willkommen, solange keine falschen Verdachtsmomente geschürt werden."

 

Quelle: pressetext.com

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