″Grüner Zement″ - spart Energie

Autor: Gute Nachrichten am 7. September 2012 

Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben ein Verfahren für die Zementherstellung entwickelt, das große Energieeinsparungen verspricht. Der neue Zement trägt den geschützten Namen Celitement® und hat Eigenschaften, die den weltweiten Ausstoß von Kohlendioxid drastisch verringern könnten.

Celitement, gruener Zement
Den ″ökologischen Fußabdruck″ verringern: Celitement® spart Ressourcen und setzt weniger Kohlendioxid frei.
Bild-Quelle: kit.edu / Dauthkaun

Die Herstellung von Zement ist ein Prozess, der sehr viel Energie verbraucht. Zementwerke stoßen im Jahr mehr als eine Milliarde Tonnen von CO2 aus. Das entspricht fünf Prozent der CO2-Emissionen auf unserer Erde. Um diese Zahlen besser einordnen zu können, muss man wissen, dass die Zementherstellung drei- bis viermal soviel CO2 freisetzt wie der gesamte weltweite Flugverkehr.

Die Wissenschaftler am KIT haben es geschafft, mit Celitement ein neues Bindemittel zu entwickeln, das auf bisher unbekannten, hydraulisch aktiven Calciumhydrosilikaten aufgebaut ist. Es ist wegen seiner Eigenschaften mit Portlandzement vergleichbar. Celitement wird in einem zweistufigen Verfahren hergestellt. Als Rohstoffe dienen lediglich gebrannter Kalk und Sand. Die Herstellung erfordert eine Temperatur von unter 300 Grad Celsius, während die Produktion von klassischem Zement eine Temperatur von zirka 1.450 Grad Celsius erfordert. Bei diesen relativ niedrigen Temperaturen spart man bis zu 50 Prozent an Energie und darüber hinaus kann der Anteil von Kalk stark reduziert werden.

Doch neben der Energie- und Rohstoffeinsparung gibt es noch einen zweiten, positiven Effekt: Es wird nur noch halb soviel CO2 in die Umwelt geblasen, was erheblich ist, wenn man sich vor Augen hält, dass jährlich etwa zwei Milliarden Tonnen Bindemittel für die Bauindustrie produziert werden.

Dr. Peter Stemmermann vom Institut für Technische Chemie (ITC) am KIT ist begeistert: "Wären – in die Zukunft gedacht – alle Zementwerke weltweit auf unser Verfahren umgestellt, würde jährlich eine halbe Milliarde Tonne weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre entweichen – mit enormen Effekten für den Klimaschutz!"

Um das neue Verfahren zur Marktreife zu bringen haben die Erfinder, das KIT und die Firma Schwenk ein gemeinsames Unternehmen gegründet, die Celitement GmbH. Der nächste Schritt ist der Bau einer Pilotanlage auf dem Campus bei KIT. Dr. Hanns-Günther Mayer vom KIT sagt: "Damit können wir mit ersten Tests starten, die für langfristige industrielle Anwendung notwendig sind."

Jetzt heißt es Daumen drücken, dass sich dieses geniale und wesentlich umweltschonendere System am Weltmarkt durchsetzt.

 

Quelle: kit.edu

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