Neue Dünnschicht-Photovoltaikfolie kann den Solarmarkt revolutionieren

Autor: Gute Nachrichten am 23. September 2012 

Fährt  oder läuft man mit offenen Augen durch die Gegend, fällt einem auf dass Solarmodule auf Haus- und Stalldächern sowie auf brach liegenden Ackerflächen immer mehr werden. Nicht zuletzt durch die massive Förderung über Steuergelder gemäß dem Energie-Einspeise-Gesetz (EEG) boomt das Geschäft mit Solaranlagen förmlich. Getreu dem Motto des deutschen Steuerzahlers: Bekomme ich was vom Staat, dann mache ich es und wenn ich damit mein schlechtes (Umwelt)gewissen besänftigen kann, sowieso!

Sonnenstrahlen
Dünnschicht-Photovoltaikfolie: liefert Energie nicht nur wenn die Sonne scheint sondern sogar bei Nacht.
Bild-Quelle: Rita Thielen / pixelio.de

Trotzdem, auch wenn es dem einen oder anderen Leser weh tut, sollen hier auch die Nachteile der Solartechnik, Stand heute, aufgezeigt werden: geringer Wirkungsgrad von etwa 18 – 20 Prozent, teure Herstellung der Module, ohne (noch nicht) vorhandene Akkus nicht grundlastfähig, nach etwa 20 Jahren müssen die Module als Sondermüll aufwendig entsorgt werden.

Hier kommen wir nun zu Prof. Dr. Dr. Nikita Hirsch, einem russischen Physiker und Mathematiker, der viele Jahre an russischen Hochschulen in leitender Position gearbeitet hat. Auch in Deutschland ist er als Wissenschaftler kein unbeschriebenes Blatt. Im Jahr 2010 wurde er für die Dieselmedaillen nominiert.

Man arbeitet nicht nur bei uns in Deutschland ständig daran, die oben aufgeführten Nachteile der Photovoltaik zu minimieren. Aktuell basieren die meisten Solarzellentypen auf einer Basis aus Silizium und es gibt einen Trend hin zur Nanotechnologie. Genau hier setzt das Team von Prof. Nikita Hirsch an, denn es hat eine Dünnschicht-Photovoltaikfolie entwickelt, die in ihren Eigenschaften alle vergleichbaren Produkte weit übertrifft. Diese Folie ist biegsam wie eine DIN-A4-Klarsichtfolie, ultraleicht, reiß- und kratzfest. Die gesicherte Lebensdauer soll bei mehr als 20 Jahren liegen. Die Folie kann eingefärbt werden, so dass sie den Farben der Dächer angepasst werden kann. Man könnte Fotos, Logos oder Werbung darauf  einfärben. Die Herstellung der Folie kann auf Maschinen erfolgen, die einer herkömmlichen Rollenoffsetdruckmaschine ähneln und zu einer hohen Herstellungsgeschwindigkeit führt. Man braucht also auch keine Reinraumtechnik und keine Vakuumverdampfungsanlagen bei der Herstellung, wie sie bis jetzt nötig sind.

Absolut revolutionär ist der Umstand, dass die Ausrichtung zur Sonneneinstrahlung keine Rolle spielt, da die Folie bei sämtlichen Bewölkungsarten, ob bewölkt, sonnig oder auch nachts Energie liefert, was bedeutet, dass die Folie rund um die Uhr einsetzbar und somit grundlastfähig ist.

Hier ein kurzer Vergleich zwischen den Herstellungskosten einer Standard-Anlage und einer Folie nach Prof. Hirsch:
Bei der Standard-Anlage benötigt man zur Erzeugung von 1 kWp ca. 8 qm Fläche mit einem Gewicht von ca. 22 kg. Die Produktionskosten belaufen sich auf ca. 640 Euro.
Bei der Photovoltaik-Folie in Nanotechnologie benötigt man hierzu eine Fläche von etwa 5,5 qm mit einem Gewicht von ca. 4 kg. Die Produktionskosten liegen bei ca. 20 Euro.

Für die von euch, die sich mehr Informationen über Prof. Hirsch einholen möchten, habe ich noch ein paar Links zusammengestellt:

Patent von Prof. Nikita Hirsch: depatisnet.dpma.de
Nominierungen für die Dieselmedaillen 2010: pr-newsticker.de

Kategorien: Technik Rubriken: Alternative Energien
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