Laser statt Skalpell gegen grauen Star

Autor: Gute Nachrichten am 25. September 2012 

Es gibt viele Augenkrankheiten und die häufigste ist die altersbedingte Trübung der Augenlinse, bekannt unter dem Namen grauer Star oder Katarakt. Bisher musste der Chirurg mit dem Skalpell ans Auge, um die trübe Linse zu entfernen und eine neue Linse einzusetzen. Die auf solche Operationen spezialisierten Augenärzte mussten millimetergenau arbeiten, damit der Patient keine Folgeschäden davontragen würde.

Auge, grauer Star, Femtosekundenlaser
Bild-Quelle: Lisa Spreckelmeyer / pixelio.de

Heute, sagt Professor Burkhard Dick, der Leiter der Augenklinik am Knappschaftskrankenhaus und Uniklinikum in Bochum, spricht man bei der Genauigkeit eher von Mikrometern. Möglich macht das Ganze ein neuartiger, punktgenauer Femtosekundenlaser, der im Silicon Valley entwickelt wurde. Die erste Klinik in Deutschland, die mit diesem Gerät arbeitet ist das Klinikum in Bochum. Seit kurzem gibt es einen zweiten Standort, nämlich in einem operativen Zentrum in Hamburg.

Im Dezember 2011 traf das Gerät aus Kalifornien in Bochum ein und seither wurden mehr als 600 Patienten damit operiert. Prof. Dick äußert sich begeistert: "Die Präzision ist ungeheuer; ein Rundschnitt, der bislang von Hand erfolgt, ist jetzt mit mikroskopischer Genauigkeit wirklich rund. Gleichzeitig ist die Methode für den Patienten geradezu angenehm, da ja kaum eine Manipulation am Auge erfolgt, weil der Laser praktisch berührungslos arbeitet. Da die Ultraschallenergie, die zur Zertrümmerung der Linse eingesetzt wird, dank des Lasers nach unseren bisherigen Erfahrungen nur noch ein Zehntel dessen beträgt, was bei der herkömmlichen Operationsweise benötigt wird, zeigt das Auge schon am OP-Tag kaum Reizerscheinungen mehr."

Der Catalys-Femtosekundenlaser arbeitet mit ultrakurzen Lichtimpulsen, eine Femtosekunde ist 10-15 Sekunden "lang", eine nicht vorstellbare kurze Zeitspanne. Die hohe Energiedichte des Laserstrahls lässt im Gewebe des Auges viele tausend kleine, mit Wasser und CO2 gefüllte Bläschen entstehen, die die getroffene Gewebeschicht an den vorher berechneten Stellen präzise und sauber schneiden, und zwar ohne thermische Schädigungen des Nachbargewebes.

Das ist eine sehr gute Botschaft für die vielen betroffenen älteren Menschen. Man muss sich nur vor Augen halten, dass alleine in Deutschland pro Jahr 700.000 Patienten wegen einer Trübung der Linsen operiert werden müssen. Bei den Erfolgen in Bochum wird es nicht lange dauern und andere große Kliniken und Augenarztpraxen werden mit dem Femtosekundenlaser arbeiten.

 

Quelle: welt.de

Kategorien: Gesundheit Rubriken:none
© Gute Nachrichten 2011-2024