Kreativ durch Spaniens Wirtschaftskrise

Autor: Gute Nachrichten am 4. August 2012 

Felipe Garcia aus Spanien, hat bisher in seinem Leben alles richtig gemacht: Wirtschaftsabschluss an einer Elite-Uni, Arbeitsplatz bei der Unternehmensberatung McKinsey, dazu spricht er fließend Englisch. Felipe ist 28 Jahre alt, er weiß, sich gut in Szene zu setzen und – er ist arbeitslos. Jeder Vierte sucht in Spanien derzeit einen Job, unter den 25- bis 34-Jährigen sogar jeder Zweite. Felipe Garcia hat in der schier ausweglosen Situation das Beste für sich daraus gemacht, getreu dem Motto, "du hast keine Chance, also nutze sie". Er machte seine Jobsuche zum Geschäftsmodell.

Felipe Garcia
Krisenkünstler: Felipe Garcia
Bild-Quelle: SPIEGEL ONLINE

Garcia entwarf eine Jobbörse fürs Internet, die stärker als die bisher bekannten auf persönliche Empfehlungen setzt. Seine Seite mit dem Namen "jobandtalent" verbindet Bewerberprofile mit sozialen Netzwerken. Wer sich bei einer Firma bewirbt, sieht sofort, "welche meiner Facebook-Freunde arbeiten dort", "wer kann mich weiterempfehlen?" Schaltet eine Firma ein Jobangebot, sieht auch diese, welche Bewerber Facebook-Freunde im Unternehmen haben und kann diese um eine Einschätzung der Kandidaten bitten.

In der Zwischenzeit ist jobandtalent eine der am schnellsten wachsenden Start-Up-Firmen Spaniens. Gut 2000 Unternehmen nutzen Garcias Seite, dazu gehören auch einige der größten Konzerne der Welt.

Ähnlich kreativ gehen in der Krise auch andere spanische Unternehmer vor und verdienen trotz des wirtschaftlichen Abschwungs gutes Geld. Die Initiativen dieser Unternehmer haben Vorbildcharakter für das ganze Land. Seit dem Zusammenbruch des Immobilienmarktes 2007 stagniert und schrumpft Spaniens Wirtschaft kontinuierlich. Man braucht also einen neuen Wachstumsmotor, um Arbeitsplätze zu schaffen und um die Schuldenlast zu verringern.

Unternehmer wie Felipe Garcia zeigen, wie die Zukunft aussehen könnte. Drücken wir ihm und den Spaniern die Daumen.

 

Quelle: spiegel.de

 

 

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