Ein Mann, eine Erkenntnis, eine Suppenküche in Indien

Autor: Sillikina C. am 17. August 2012 

Indien ist ein Land der Gegensätze. Es gehört zu den bevölkerungsreichsten Ländern der Welt (Einwohnerzahl: 1,2 Milliarden, zweiter Platz nach VR China mit 1,32 Milliarden) und die Bevölkerung wächst immer noch weiter. Der Wirtschaftsaufschwung hat einer kleinen Gruppe von Indern großen Reichtum eingebracht, doch mehr als ein Drittel der Einwohner lebt am Existenzminimum, leidet Hunger und/oder wohnt in armseligen Slums rund um die großen Ballungszentren.
Das Land zieht jährlich viele Touristen an, insbesondere Rucksackreisende fühlen sich hier wohl: die Inder sind freundlich, die Landschaft ist sehr abwechslungsreich und, gemessen am durchschnittlichen Einkommen eines Westeuropäers, ist das Leben in Indien unglaublich günstig.

Suppenkueche in Indien, A bowl of compassion e.V.
Bild-Quelle: bowlofcompassion.org

Mit einer Rucksackreise durch Indien beginnt auch die Geschichte von "A bowl of compassion e.V." ("eine Schüssel voller Mitgefühl e.V."), einer Suppenküche für die Armen in der indischen Stadt Bodhgaya. Vereinsgründer Michael Saatkamp war zwei Jahre lang in vielen asiatischen Ländern unterwegs. Die Armut, der Hunger und die Situation der vielen Obdachlosen – viele davon Kinder – in Indien machten ihm bewusst, wie privilegiert und vergleichsweise gut betucht er sich als Deutscher fühlen konnte.

Aber es blieb nicht bei der Erkenntnis. Michael Saatkamp ging noch einen Schritt weiter: Gemeinsam mit einem indischen Freund fing er an, eine Suppenküche aufzubauen, die vor allem die Ärmsten der Armen mit einer Mahlzeit versorgte, um zumindest das menschliche Grundbedürfnis nach Nahrung zu decken. Das war der Beginn eines größeren Projekts. Frei nach dem Motto "gib einem Menschen einen Fisch und du versorgst ihn für einen Tag, lehre ihm das Fischen und er kann sich selbst versorgen" haben die Mitglieder von "a bowl of compassion e.V." inzwischen eine Grundschule für Kinder gebaut, um ihnen durch eine grundlegende Bildung einen Zugang zum "normalen" gesellschaftlichen Arbeitsleben zu ermöglichen. Es folgte ein Café und regelmäßige Handarbeitsworkshops, um für die ortsansässigen Frauen eine Möglichkeit zur Erwerbstätigkeit zu schaffen. Der Verein finanziert sich durch Spenden und bekommt regelmäßig tatkräftige Hilfe durch internationale Volontäre, die unentgeltlich in der Suppenküche, der Grundschule oder im Cafe mitarbeiten.

"A bowl of compassion e.V." macht deutlich, welchen Unterschied ein einzelner Mensch im Leben vieler Menschen machen kann, wenn er sich dafür entscheidet, nicht die Augen zu verschließen.

Sinngemäß sagt Michael Saatkamp auf seiner Homepage: "Am Anfang dachte ich mir: wenn ich nur zehn Leuten etwas Gutes tun kann, dann ist es die Anstrengung schon wert!". Über dieses Ziel ist sein Projekt inzwischen auf jeden Fall hinausgewachsen.

Autor: Sillikina C.

 

Quelle: bowlofcompassion.org

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