Ulm erzeugt sauberes Gas aus Holz

Autor: Gute Nachrichten am 18. Juni 2012 

Ulm. Wenn wir Ulm hören denken viele an ihre Schulzeit und daran, dass sie in der Schule gelernt haben, dass der Turm des Ulmer Münsters mit über 160 Metern der höchste der Welt ist. So weit, so gut.

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Holz: nachwachsender Rohstoff
© Rainer Sturm / pixelio.de

Ulm spielt aber heute in einem ganz anderen Zusammenhang eine tragende Rolle in Deutschland, nämlich auf dem Gebiet der alternativen Energiegewinnung und Erzeugung. Ulm ist nicht nur der Vorreiter in Deutschland für die Entwicklung und den Betrieb von Elektroautos, sondern baut in Zusammenarbeit mit der Nachbarstadt Neu-Ulm das bundesweit erste Holzgas-Heizkraftwerk, das noch in diesem Sommer in Betrieb gehen wird.

Für ihr Engagement auf dem Energiesektor ist Ulm als die "Energie-Kommune" des Monats Juni 2012 ausgezeichnet worden.
Es wurde die Donauhochschule Ulm  gegründet, um benachbarte Universitäten bei der Erforschung von regenerativen Energiesystemen zu vernetzen.

Wie funktioniert nun dieses erste Holzgas-Heizkraftwerk?

Durch ein neuartiges Verfahren werden 80 Prozent der im Holz verfügbaren Energie in Strom und Wärme umgesetzt. Befeuert wird das Kraftwerk durch Holzreste aus der regionalen Forst- und Landwirtschaft sowie durch angeschwemmtes Holz aus den Wasserkraftwerken der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU). Diese Holzreste werden bei etwa 900 Grad Celsius verschwelt. Die dafür notwendige Wärme liefert der Reststoff Holz-Koks.
Mit diesem Holzgas-Heizkraftwerk können pro Jahr 10.000 Haushalte mit Energie versorgt werden und es werden 40.000 Tonnen CO2 eingespart, verglichen mit der Nutzung von Erdgas.
Die SWU hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 alle Haushaltskunden mit Strom aus Erneuerbaren Energien zu versorgen.

Ulm sendet damit ein Signal und zeigt, dass ganze Kommunen in Zusammenarbeit mit deren Stadtwerken einen Großteil der für die Energiewende notwenigen Maßnahmen selbst bewerkstelligen können. Wenn das in zwei Gemeinden, die dazu noch in zwei verschiedenen Bundesländern liegen – Ulm in Baden-Württemberg und Neu-Ulm in Bayern – gelingt, dann  müsste es doch an anderen Standorten in Deutschland ebenfalls machbar sein.

 

Quelle: unendlich-viel-energie

Kategorien: Umwelt Rubriken: Alternative Energien
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