Jewish Voice from Germany

Autor: Gute Nachrichten am 3. Januar 2012 

Die Gründung einer jüdischen Zeitung, zu verstehen als eine englischsprachige Brücke zwischen den Juden in aller Welt und Deutschland ist eine überaus bemerkenswerte und eine sehr gute Nachricht. Die Zeitung schreibt selbst: „Es gibt wieder jüdisches Leben in Deutschland, denn die deutsch-jüdische Beziehung ist unauflöslich: Wirtschaftlich, gesellschaftlich, kulturell, politisch, historisch.“ „Es geschieht im deutsch-jüdischen Verhältnis viel Gutes. Wir wollen, dass die Welt davon erfährt.“

Wenn ein deutsch-jüdischer Herausgeber eine Zeitung in Deutschland auflegt, dann ist das für mich ein Beweis für die längst eingekehrte Normalität im Zusammenleben von Deutschen und deutschen Juden, mehr als 60 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs.

Wie hoch der Verlust an deutsch-jüdischer Intelligenz während der Judenverfolgung im Dritten Reich war, kann an einem kleinen Beispiel erläutert werden:
In meinem ersten Semester in Mathematik erzählte uns jungen Studenten unser Professor, ein Zeitzeuge des Dritten Reiches, eine Episode, die sich an der Universität in Göttingen abgespielt hatte. Die Uni Göttingen genoss damals einen Weltruf hinsichtlich der Besetzung der mathematischen Lehrstühle. Anlässlich eines Besuches von Göbbels an dieser Uni, fragte dieser den Uni-Direktor „Na, was macht die Mathematik in Göttingen?“ Die Antwort war: „Herr Göbbels, die Mathematik in Göttingen gibt es nicht mehr, die ist in die USA ausgewandert.“ Die Antwort von Göbbels ist mir nicht bekannt.

Wenn nach solchen Ereignissen die deutsch-jüdische Intelligenzschicht eine Zeitung aus Deutschland für die Welt startet, so kann man nur alle Daumen drücken, dass diese Zeitung ihren verdienten Platz im Blätterwald finden wird.

Hier der Link zur Zeitung: http://jewish-voice-from-germany.de/

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