Eine Unternehmerin geht ihren ganz eigenen Weg die Welt zu einem besseren Ort zu machen

Autor: Gute Nachrichten am 9. Januar 2012 

Die Augsburger Textilmaklerin Sina Trinkwalder, versteht unter Gewinnmaximierung mal etwas völlig anderes. Sie konzentriert sich auf das Wesentliche, nicht etwas auf das Geld.

Bild-Quelle: welt

Kreative, Visionärin, Unternehmerin, sozial engagiert, innovativ und vieles mehr, eine echte Vorzeigefrau, die sich dennoch in keine Schublade zwängen lässt und ihr „eigenes Ding“ macht.
Sina Trinkwalder investierte vor ca. zwei Jahren in eine sogenannte Öko-Manufaktur für Mode, welche längst als tot galt. Sie gründete im April 2010 ihre Firma Manomama und erschuf somit das erste soziale Textilunternehmen Deutschlands. Sie griff auf historische Vorbilder zurück und belebte somit die alte Fuggerstadt wieder zum Leben. Die Unternehmerin stellt mit ihrer GmbH „auf vorbildliche Weise die Dimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales gelichberechtigt nebeneinander“ so lautet die Begründung für den Sonderpreis "Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit 2011" den sie im November erhielt. Eine der zahlreichen Auszeichnungen, die Sina Trinkwalder bisher entgegennehmen durfte. Erst kürzlich bekam sie den bayrischen Bürgerkulturpreis für herausragendes bürgerschaftliches Engagement.

Trinkwalder gibt Menschen, die auf dem freien Arbeitsmarkt kaum Chancen haben eine Arbeit.

"Mein Antrieb ist, Menschen wieder in einen Job zu bringen", sagt die Unternehmerin. Zuvor war Trinkwalder viele Jahre in der Werbebranche tätig. Sie hatte eine eigene Agentur und genug davon, als Beraterin ihren Beschäftigten Kündigungen auszustellen. "Ich wollte Mitarbeiter nicht rausstrukturieren, wie das zynisch genannt wird. Ich wollte sie reinstrukturieren." Ihr Unternehmen Manomama beschäftigt mittlerweile zwölf Mitarbeiter. Es sind ältere Menschen oder auch Mütter, die nach ihrer langen Kinderpause wieder Arbeit aufnehmen wollen, sowie arbeitslose Textilarbeiter oder Migranten. So wie es jetzt schon bei manchen sehr gut funktionierenden Unternehmen der Fall ist, können auch hier die Angestellten den Produktionsablauf selbstständig erarbeiten und ihre Arbeitszeiten individuell auf deren Bedürfnisse einstellen. Jeder ist in der Eigenverantwortung wenn er die vom Kunden bestellten Kleidungsstücke fertigt, vom Zuschnitt bis zum Nähen. Sogar auf dem Etikett ist der Name der Näherin verewigt. Die Löhne liegen wohl über denen des Branchendurchschnitts da Trinkwalder, wie sie selbst zugibt keine Ahnung hatte. Wie sie so schön sagt: „Jeder Pionier muss eben den Weg freimachen."

Die Produkte sind vollständig kompostierbar

Die selbst gefertigten Produkte, wie Öko-Kleidung und Accessoires, sind komplett kompostierbar. Die Sozialunternehmerin legt großen Wert darauf, dass die Materialien alle, mit Ausnehme der Baumwolle, aus der Region kommen. Sina Trinkwalder wirft quasi alles über den Haufen, was im Normalfall für eine erfolgreiche Unternehmensgründung gilt und hält sich an keine klassische Regel die der Markt vorgibt. Einen Businessplan hat sie nicht geschrieben und Arbeitsteilung, niedrige Personal- und Fixkosten, günstiger Materialeinkauf, sind die Dinge, die die Sozialunternehmerin nicht berücksichtigt, obwohl Manomama schon die zweite Firma ist, die sie gegründet hat.

Das Unternehmen arbeitet nicht gewinnorientiert

Es möchte Antworten auf gesellschaftliche Missstände geben", sagt Trinkwalder. Etwas, was die Banken nicht honorieren und darum bekam die Augsburgerin auch keinen Kredit. Ihre und die Altersvorsorge ihres Mannes mussten somit daran glauben. Eine Million Euro hat die Firmenchefin bislang aus eigener Tasche investiert, Das Ganze muss sich natürlich auch rechnen. "Im kommenden Jahr werde ich eine schwarze Null schreiben", versichert die Geschäftsführerin. Sie will zeigen, dass sich ein soziales Unternehmertum auch mit profitablem Wirtschaften verträgt. Auf die Fragen, was sie macht, wenn das Projekt scheitert und das Geld weg ist? "Dann muss ich eben neues verdienen. Mir wird schon was einfallen", erklärt die 33-Jährige angstfrei und voller Zuversicht. Ihre Firma kommt ohne staatliche Unterstützung aus und beschäftigt Menschen, die nicht offiziell arbeitslos gemeldet sind. Sina Trinkwalder weiß, dass sie mit ihrem Unternehmen Manomama durch alles Raster fällt, aber etwas daran ändern, will sie nicht. Die sozialen Netzwerke, wie „Facebook“ oder „Twitter“ nutzt sie als kostengünstige Möglichkeit zur Werbung, da ihr für eine andere Art der Vermarktung die finanziellen Mittel fehlen. Auch die Bestellung der Kleidung erfolgt hauptsächlich über das Internet. Der Kunde kann sich seine Kleidung individuell gestalten und somit kann das junge Unternehmen eine unnötige Überproduktion vermeiden. Wegen Vermeiden falscher Größenangaben, bietet die Firmenchefin sogar einen Vorortservice an und schickt ihre Mitarbeiter zum Vermessen direkt zum Kunden. Seither ist die Quote der Retouren bei null Prozent angelangt. "Es geht ums Tun, nicht ums Reden", lautet die Devise Trinkwalders. Immer mehr Menschen bewerben sich bei Trinkwalder, die nicht mit einer Nähmaschine umgehen können. Diese Bewerber werden nicht etwa abgefertigt, sondern Trinkwalder ließ sich etwas einfallen um auch diese Leute zu beschäftigen. Sie fertigen nun Taschen, die man nur stanzen und nieten, aber keinesfalls nähen muss. Diese beeindruckende Frau, die sich selbst als Problemlößerin bezeichnet sagt selbst, "Ich will nachhaltig etwas für die Gesellschaft schaffen. Denn ich bin eine unverbesserliche Weltverbesserin." Erst vor kurzem hat sie eine Zusammenarbeit mit einem großen Konzern vereinbart. Es sollen 360.000 Teile, nachhaltig und ökosozial nach den Grundätzen von Manomama hergestellt werden. Somit wartet auf etwa 40 Menschen eine neue Möglichkeit auf dem Arbeitsmarkt unterzukommen. Alles, was für das kommende Projekt nötig ist, wurde bereits bestellt und von dem Erbe ihres Schwiegervaters finanziert.

Wow, was für eine Frau. „Wenn du dir etwas in den Kopf setzt und dabei Gutes tust, kommt das Glück von ganz allein.“ Wir sind beeindruckt und gespannt und wünschen der Manomama-Gründerin Sina Trinkwalder alles, alles erdenklich Liebe und Gute.

Alle weiteren Infos findet ihr unter manomama.de.

Kategorien: Allgemein, Erfolgsgeschichten, Wirtschaft Rubriken:none
© Gute Nachrichten 2011-2024